Flugreisen mit Kindern: Beim Starten und Landen Druckausgleich unterstützen

Beim Starten und vor dem Landen sollten Kinder ein Bonbon lutschen oder einen Kaugummi kauen. Säuglinge können eventuell zwei bis drei Schlucke aus der Flasche trinken. Dabei sollen Eltern auch an die Gefahr des Verschluckens denken. Kleinkinder und Säuglinge sind bei Flugreisen besonders gefährdet, aufgrund wechselnden Druckverhältnisse Beschwerden zu bekommen.

Sie dürfen während des Sinkflugs nicht schlafen, damit ihre kleinen Gehörgänge durch schlucken, kauen oder gähnen belüftet werden können und es zu einem Druckausgleich im Mittelohr kommt. Stillen, Milch- oder Teefläschchen helfen dabei. Abschwellende Nasensprays sorgen für freie Atemwege. „Bei einem gestörtem Druckausgleich im Innenohr können sich heftige Ohrenschmerzen und ein Erguss entwickeln, die in der Folge eine bakterielle Superinfektion begünstigen“, warnt Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von www.kinderaerzte-im-netz.de.

Nicht fliegen sollten Säuglinge während der ersten vier bis sechs Wochen, da ihre Lungen u.U. noch nicht vollständig entwickelt sind. Zudem ist das Immunsystem bei Neugeborenen noch nicht gut ausgebildet, so dass sie besonders infektionsgefährdet sind. Für Frühgeborene oder Babys mit Lungenkrankheiten kann es evtl. sinnvoll sein, mit der Flugreise bis zu einem Alter von einem Jahr zu warten. „Eltern sollten bedenken, dass der Aufenthalt in der Kabine einem Ausflug ins Gebirge mit einer Höhe von etwa 1800 bis 2400 Metern entspricht. Der Sauerstoffgehalt der Luft ist während des Fliegens wie im Gebirge geringer wie am Boden. Dies kann für Kinder mit Herzfehlern problematisch werden. Bei Kindern mit Asthma kann die relativ trockene Luft und der Reisestress möglicherweise einen Anfall auslösen. Vor Reisen mit chronisch kranken Kindern empfiehlt es sich daher, den Kinder- und Jugendarzt zu Rate zu ziehen“, so Prof. Nentwich. Leidet ein Kind unter einer Infektionskrankheit und ist noch ansteckend, darf es auf keinen Fall fliegen. Zudem sollte der kleine Passagier fieberfrei sein, da Fieber mit der sauerstoffarmen und trockenen Luft den Körper unnötig belasten.

Auch für gesunde Säuglinge und Kleinkinder ist eine Flugreise immer ein gewaltiger Reisestress. Deswegen sollte immer abgewogen werden, ob man nicht noch ein Jahr wartet und für die Reise eine Alternative findet.

Quelle: Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. (BVHK), HNO, Notfall & Rettungsmedizin, Mayo-Clinic

Quelle

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.