Neue Studie zur Freizeitgestaltung von Kindern: Persönlichkeitsentwicklung wichtiger als schulische Leistungen

Nahezu jede zweite Familie misst der Persönlichkeitsentwicklung ihrer Sprösslinge die größte Bedeutung zu, nur für jede vierte stehen die schulischen Leistungen an erster Stelle. Schlusslichter hingegen sind sportliche Aktivitäten mit lediglich zehn und Kreativität mit acht Prozent Zustimmung. So das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Bepanthen Kinderförderung, für die insgesamt 1.008 Eltern von Kindern zwischen 6 und 16 Jahren befragt wurden.

Dabei gibt es nochmals deutliche Unterschiede im Hinblick auf das Alter und das durchschnittliche Haushaltseinkommen der befragten Familien: Während 38 Prozent der 18- bis 39-Jährigen Eltern die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes als besonders wichtig erachten, sehen das genau die Hälfte der Befragten im Alter über 50 Jahren.
Ähnlich sieht es auch bei Familien mit durchschnittlichem, monatlichem Haushaltseinkommen von über 3.000 Euro aus: Für jede zweite Familie ist die Persönlichkeitsentwicklung wichtiger als die schulischen Leistungen. Familien mit einem Einkommen unter 3.000 Euro monatlich bewerten die eigene Persönlichkeitsentwicklung sowie die schulischen Leistungen dagegen in etwa gleich, diese müssen ausbalanciert sein.

Unsicherheiten resultieren in Überförderung

Es ist mehr als verständlich, dass die Mehrheit der Eltern versucht, für ihr Kind das beste Förder- und Freizeitprogramm zusammen zu stellen. Viele haben jedoch Zweifel darüber, wie genau die optimale Förderung gestaltet sein muss. Unsicherheiten haben hier unterschiedliche Gründe: Knapp die Hälfte meint, sie könnten ihr Kind noch mehr fördern, wenn sie mehr Zeit hätten, während sich ein Drittel mehr Geld wünscht für eine bessere Förderung. Jede dritte Familie gab zudem an, dass sie manchmal grundsätzlich unsicher ist, wie sie ihr Kind am besten fördern kann. Dies kann oftmals dazu führen, dass Eltern mehr Freizeitaktivitäten für das Kind einplanen als notwendig oder kindergerecht.

Diese Entscheidung folgt einem tiefverwurzelten Wunsch: Meinem Kind soll es später besser gehen als mir heute. Dies fand die Bepanthen Kinderförderung bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Universität Bielefeld heraus, als sie die Stressbefindlichkeiten von Kindern und Jugendlichen untersuchte. Resultate belegen, dass Eltern sich darum bemühen, das Kind zu fördern, um ihm eine möglichst erfolgreiche und gesicherte Zukunft zu garantieren. Problematisch ist dabei, dass neun von zehn Familien ihre Erwartungen an das eigene Kind nicht reflektieren und dadurch unbewusst einen hohen Erfolgsdruck ausüben. Die Kinder hingegen sagen, sie haben nur wenige Möglichkeiten, ihre Zeit außerhalb der Schule selbst zu gestalten, hinzu kommt die Angst, die Eltern zu enttäuschen.

Kinder im Freizeit-Stress

Ebenso belegt die Forsa-Umfrage, dass Eltern dieses Bedürfnis kaum wahrnehmen. Der Großteil ist sogar durchaus zufrieden mit der Auslastung an Freizeitaktivitäten ihrer Kinder. Zwei Drittel geben an, dass das eigene Kind an weniger als der Hälfte der Wochentage feste Termine für seine Hobbies wie z.B. Fußballtraining, Theaterproben oder Klavierunterricht hat. Nur jedes fünfte Elternteil verplant das Kind an mehr als der Hälfte der Wochentage für feste Freizeit-Termine. Bei jeder zehnten Familie hat das Kind sogar keinerlei Verpflichtungen. Zusätzlich bekräftigte der Großteil der befragten Elternteile, dass die Initiative vom Kind selbst kam. Nur jedes vierte Kind wurde von den Eltern zur Ausübung einer Freizeitbeschäftigung ermutigt.

Dennoch stehen laut Stress-Studie bereits 18 Prozent der sechs- bis elfjährigen und 19 Prozent der zwölf- bis 16-Jährigen in Deutschland unter hohem Stress. Grund hierfür ist vor allem, dass Kinder Termine oft wahrnehmen müssen, die ihnen keinen Spaß machen. Neun von zehn Kindern wünschen sich sogar bewusst mehr Zeit für Dinge, die ihnen Spaß bereiten, oder einfach Zeit zum Nichts-Tun und Fantasieren.

Schirmherrin der Bepanthen Kinderförderung, Katia Saalfrank rät daher: "Eltern kennen ihr Kind am besten und sollten daher offen mit der Freizeitgestaltung umgehen. Zuhören und das Kind einbeziehen sind die ersten Schritte. Sollte es nicht so laufen, wie gewünscht, das Kind ermutigen, aber nicht drängen. Hier können Symptome wie Zorn, Bauchschmerzen oder Schlaflosigkeit Anzeichen einer Überforderung sein."

Quelle

Bepanthen-Kinderförderung der Bayer Vital GmbH