Weniger Schmerzen beim Impfen

Die Angst vor Spritzen entsteht meist in der Kindheit und nicht selten kommt sie von unangenehmen Erfahrungen beim Impfen. Noch im Erwachsenenalter werden dann notwendige Impfungen immer wieder hinausgezögert. Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt in ihre aktuellen Empfehlungen Tipps, wie man Angst, Schmerz und Stress beim Impfen vermeiden kann.

Nuckeln beruhigt die Kleinen

Während der Impfung am Schnuller zu nuckeln, beruhigt die ganz Kleinen. Säuglinge, die gestillt werden, können während der Impfung angelegt werden, denn Stillen wirkt schmerzlindernd. Flaschenkinder oder bereits abgestillte Kinder können stattdessen ein bis zwei Minuten vor der Impfung eine Zuckerlösung aus dem Fläschchen trinken und dann den Schnuller bekommen.
Doch Achtung: Wenn der Säugling auch die Schluckimpfung gegen Rotaviren bekommt, sollte auf das Stillen eine Stunde vor, während und eine Stunde nach der Impfung verzichtet werden, um die Wirkung nicht zu beeinträchtigen. Darauf weist die Impfexpertin des Deutschen Grünen Kreuzes, Dr. Sigrid Ley-Köllstadt, hin.

Körperkontakt hilft

Kleinkinder unter drei Jahren sollten während der Impfung auf dem Arm oder auf dem Schoß gehalten werden und nach der Impfung leicht geschaukelt und liebkost werden. Denn Körperkontakt dämpft Schmerzen. Bei größeren Kindern können die Eltern die Hand halten. Kinder über drei Jahre, Jugendliche und Erwachsene sollten möglichst aufrecht sitzen. Wer zu Kreislaufreaktionen neigt, sollte im Liegen geimpft werden.

Ehrlich währt am längsten

Kinder ab einem im Alter von drei Jahren (natürlich auch Jugendliche und Erwachsene) sollten vom Arzt vor der Impfung darüber aufgeklärt werden, was genau gemacht wird und wie sie mögliche Schmerzen oder Angst am besten bewältigen können, z. B. durch Drücken der Hand von Mutter oder Vater. Beruhigend auf das Kind einwirken ist gut. Aber, so Dr. Sigrid Ley-Köllstadt: „sagen Sie nicht ‚Das tut gar nicht weh‘, denn das stimmt meistens nicht.“

Ablenkung: erlaubt ist, was hilft

Ablenkung hingegen ist gut und hilft. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt – vom Stofftier oder Windrädchenblasen bei den Kleinen bis zu Gesprächen über Hobbys oder Musik bei den Größeren. Und es hilft nachweislich auch, wenn man nicht auf die Spritze guckt.
 

Quelle

Deutsches Grünes Kreuz