Macht Sport die Muttermilch sauer?

Bewegung nach der Geburt fördert das körperliche und seelische Wohlbefinden der Mutter. Es gibt keine Nachteile für die Muttermilch, das Stillen oder das kindliche Wachstum. Stillenden wird deshalb empfohlen, körperlich aktiv zu sein und sich – je nach persönlicher Verfassung – mit moderater Intensität zu bewegen. Die gerade aktualisierten bundesweit einheitlichen „Handlungsempfehlungen zur Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen“ des Netzwerks Gesund ins Leben zeigen Fachkräften in der Elternberatung, wie viel Bewegung nach der Geburt wünschenswert ist und worauf stillende Frauen achten sollten.

Ausreichend Bewegung ist in allen Lebensphasen vorteilhaft. Sie verbessert die Fitness von Herz, Kreislauf und Muskeln und schützt z. B. vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen. Deshalb ist es empfehlenswert, bereits bald nach der Geburt wieder Bewegung in den Alltag zu bringen und sportlich aktiv zu sein.

Wie viel und wie intensiv?

Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt Frauen nach der Geburt, ihre körperliche Aktivität auf mindestens 30 Minuten an möglichst vielen Tagen der Woche zu steigern, je nach persönlicher Verfassung. Das orientiert sich an den allgemeinen Bewegungsempfehlungen für Erwachsene, die auch für Stillende herangezogen werden können. So empfiehlt das American College of Obstetricians and Gynecologists 30 Minuten Bewegung an möglichst vielen Tagen der Woche. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation ist: pro Woche mindestens 150 Minuten (in mindestens 10-Minuten-Einheiten), plus Kraftübungen an zwei oder mehr Tagen.

Die Intensität stimmt, wenn die Frau leicht aus der Puste und ins Schwitzen kommt, sich aber noch unterhalten kann (so genannter Talk Test). Bei einer solchen moderaten Aktivität steigt auch der Milchsäurewert in der Muttermilch nicht. Doch selbst wenn Mütter sportlich sehr aktiv sind und sich ihre Milch durch höhere Laktatwerte geschmacklich leicht verändert, wird sie vom Säugling akzeptiert.

Herausfinden, was in den eigenen Alltag passt

Bewegung lässt sich gut in den Alltag mit einem Baby einbinden, indem Besorgungen zu Fuß erledigt oder regelmäßige Spaziergänge unternommen werden. Wie oft, wie lange und wie intensiv soll ich mich bewegen? Welche Art von Bewegung ist „richtig“ (Gymnastik, Beckenbodentraining, etc.)? Bei diesen Fragen können sich stillende Frauen von ihren Vorlieben und ihrer Verfassung leiten lassen. Dann kann es auch schon losgehen: Einfach geeignete (Sport)kleidung anziehen, währenddessen auf genug Flüssigkeit (und ggf. Energie) achten und für sich eine ausgewogene Balance von Ruhe und Aktivität finden.
 

Quelle

Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie