JIM-Studie 2016: Jugendliche finden WhatsApp am wichtigsten

Im Vergleich zum Vorjahr konnte Snapchat mit 45 Prozent regelmäßigen Nutzern seine Position im Medienalltag zwölf- bis 19-Jähriger ausbauen. Auch bei Instagram und Whatsapp ist die Anzahl regelmäßiger Nutzer unter den Jugendlichen weiter gestiegen. Das sind Ergebnisse der JIM Studie 2016.

Social Media und Messenger immer relevanter

95 Prozent der Jugendlichen in Deutschland tauschen sich mittlerweile regelmäßig über WhatsApp aus. Auf Platz zwei der mindestens mehrmals pro Woche genutzten Sozialen Dienste liegt Instagram mit 51 Prozent, dicht gefolgt von Snapchat mit 45 Prozent. Facebook verzeichnet mit 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2015: 51 Prozent) als einziger der vier Anbieter einen Rückgang.

Instagram und Snapchat werden allerdings stärker von Mädchen als von Jungen genutzt. Demnach nutzen 60 Prozent der Mädchen und nur 44 Prozent der Jungen zwischen zwölf und 19 Jahren Instagram regelmäßig, bei Snapchat sind es 55 Prozent der Mädchen im Vergleich zu 36 Prozent der Jungen. Facebook und WhatsApp wird von beiden Geschlechtern vergleichbar oft genutzt.

Auch das Alter wirkt sich auf die Relevanz der jeweiligen Plattform aus. Während Instagram vordergründig von 14- bis 15-Jährigen genutzt wird, wird Snapchat erst ab 14 Jahren relevant. Facebook bleibt weiter wichtiges Kommunikationsmedium für 18- bis 19-Jährige, WhatsApp bleibt geschlechter- und altersübergreifend relevant.

WLAN an Schulen noch nicht die Regel

Ein Schwerpunkt der Studie ist die Mediennutzung von Jugendlichen an Schulen. Mit 94 Prozent dürfen fast alle Befragten ihr Handy mit in die Schule nehmen, dort ist die Nutzung dann aber unterschiedlich geregelt. Zwei Fünftel dürfen ihr Mobiltelefon zwar mit in die Schule nehmen, dort dann aber prinzipiell nicht benutzen. Ein Drittel der Befragten darf das Handy in der Schule nur in den Pausen nutzen und nur 22 Prozent der Schüler dürfen ihr Handy gezielt im Schulunterricht für den Unterricht einsetzen.

Mit zunehmendem Alter der Schüler werden ihnen diesbezüglich mehr Möglichkeiten eingeräumt: Bei den Zwölf-bis 13-Jährigen darf nur jeder Zehnte das Handy im Unterricht für den Unterricht nutzen, bei den volljährigen Schülern sind es immerhin 45 Prozent.

WLAN gibt es nach Angaben der Schüler an 41 Prozent der Schulen, meist ist es jedoch nicht zur Nutzung für die Schüler gedacht. 29 Prozent dürfen das WLAN an der Schule generell nicht nutzen, fünf Prozent der Schüler ist es erlaubt, das Schul-WLAN in den Pausen zu nutzen. Im Schulunterricht darf der WLAN-Zugang, beispielsweise zu Recherchezwecken im Rahmen spezifischer Aufgabenstellungen, nur von sieben Prozent genutzt werden.

Knapp die Hälfte ihrer Lern- und Hausaufgabenzeit (43% bzw. 40 Min.) arbeiten die zwölf-bis 19-jährigen Schülerinnen und Schüler jeden Tag zuhause am Computer oder im Internet für die Schule. Die digitale Hausaufgabenzeit steigt mit zunehmendem Alter der Jugendlichen von einer guten halben Stunde bei den Zwölf-bis 13-Jährigen auf eine gute Dreiviertelstunde bei den volljährigen Schülern an.

JIM-Studie zu Mediennutzung und Freizeitverhalten

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Befragung wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Frühsommer 2016 telefonisch befragt.

Neben Fakten zum Thema Smartphone und Schule enthält die JIM-Studie 2016 Basisdaten zum Freizeitverhalten der Zwölf- bis 19-Jährigen sowie Mediennutzungsdaten zu Internet, Fernsehen, Radio, Büchern und digitalen Spielen. Ein weiterer Themenschwerpunkt liegt in diesem Jahr auf verschiedenen Optionen zur Nutzung von Bewegtbild und Musik.

Hier geht es zur JIM-Studie 2016.

Quelle

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