Statt Handy: Sprechen Sie lieber mit Ihrem Kind"

Sie sind überall: Auf Spielplätzen und an Küchentischen – Eltern, die ihrem Smartphone mehr Aufmerksamkeit schenken als ihrem Kind. Mehrere deutsche Städte machen mit Plakataktionen darauf aufmerksam.

Ein Familienausflug zum Spielplatz: Ein kleiner Junge schaut hoch zu einer Frau, die wahrscheinlich seine Mutter ist. Die hält dem Kleinen eine Hand hin, in der anderen hat sie ihr Smartphone, auf das sie konzentriert blickt. „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“, steht in großen Lettern auf dem Plakat geschrieben, das die Szene veranschaulicht und auf ein Problem hinweist: Mama und Papa schauen auf das Smartphonedisplay, das Kind fühlt sich vernachlässigt.

Gleich in mehreren Städten finden in Deutschland öffentliche Werbekampagnen statt, die Eltern bei ihrer Smartphonenutzung ein Spiegel vorhalten und sie dazu aufrufen, ihre Vorbildfunktion gegenüber Kindern zu hinterfragen. Plakate wie die soeben beschriebenen in den Schweriner Kitas, Aktionen in Frankfurt am Main gegen „Handyeltern“ oder Aufrufe, wie „Sprechen Sie lieber mit ihrem Kind“ in Augsburg verweisen auf die Rolle von Erwachsen, die sie auch im Zusammenhang mit den Medien einnehmen.

Elternverhalten beeinflusst Medienkompetenz der Kinder

Denn während Experten immer mehr auf das exzessive Medienverhalten der Kinder und Jugendlichen eingehen, bleiben Eltern bei der Feststellung des Problems oft außen vor. Dabei lernen Kinder den Umgang mit Medien zuerst in der Familie. Je jünger sie sind, desto mehr orientieren sie sich am Verhalten der Eltern und nehmen dieses als Ausgangspunkt für den eigenen Medienkonsum.

Medienkompetenz von Kindern wird nicht nur durch Worte und Regeln, sondern durch eigenes Verhalten und eigene Haltungen beeinflusst. Wichtig ist, dass Eltern sich ihrer Vorbildrolle und ihrem Einfluss auch in der Medienerziehung bewusst sind, ihre Mediennutzung reflektieren und mit gutem Beispiel vorangehen, sich über aktuelle Entwicklungen informieren, um ihr Kind kompetent begleiten zu können. Gemeinsame Regeln sollten nicht nur gut begründet, sondern bestenfalls gemeinsam gelebt werden, damit Kinder diese nachvollziehen können und sich auch daran halten. Zudem wirkt sich die Digitalisierung der Gesellschaft auch auf den Familienalltag aus und ist dort ein Thema, wie diverse Studien belegen.

In unserem Extrathema Eltern als Vorbild erfahren Sie, wie Sie mit ihrem Medienverhalten das Ihrer Kinder beeinflussen können. Mehr dazu erhfahren Sie auch in unserem Online-Test.

Quelle

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