Medienfasten als Familienchallenge

Zur Fastenzeit ist neben dem Konsum von Süßigkeiten auch der von Medien ein Thema. Ein medienfreier Tag pro Woche kann zusammen in der Familie echt Spaß machen.

Oft vor dem Bildschirm, das Smartphone im Dauerbetrieb und viel im Netz unterwegs, oft die Angst, etwas zu verpassen, aber auch das Gefühl, zu wenig Zeit für Familie und Freunde zu haben? Die Fastenzeit kann ein guter Anlass sein, das eigene Medienverhalten zu überdenken – denn Eltern und Erziehende sind auch bei der Mediennutzung Vorbilder für ihre Kinder.

Es ist wichtig, auch einmal nicht erreichbar zu sein und von unserem schnelllebigen Alltag und der Fülle an Informationen Abstand zu gewinnen. Eine Medienauszeit bietet Kindern Ruhe, Zeit und Aufmerksamkeit, auch mal ohne PC, Handy & Co. ihre Freizeit zu gestalten.

Gemeinsame Absprachen

Verabredet die Familie ein Medienfasten, legen alle gemeinsam fest, welche Geräte an welchen Tagen und zu welchen Zeiten Pause haben, etwa ein medienfreier Tag pro Woche. Es kann auch vereinbart werden, ein Tagebuch zu führen, um die gesammelten Eindrücke festzuhalten und zu besprechen. So wird daraus ein gemeinsames Erlebnis für die ganze Familie.

Alternativen anbieten

Ein medienfreier Tag eignet sich in Familien mit jüngeren Kindern gut, um mal wieder Brettspiele hervorzuholen oder sich eine eigene Medienwelt zu kreieren. So entsteht ein Fernseher aus Karton oder ein Mobiltelefon aus zwei Joghurtbechern, die mit einer Schnur verbunden sind. Statt Hörbüchern können Familien sich gegenseitig Geschichten erzählen oder reihum erfinden.

Sicher macht es auch Spaß, in die Rolle eines Fernsehhelden zu schlüpfen: Benjamin Blümchen oder die Maus kann als Vorlage für eine Verkleidung dienen. Das beflügelt nicht nur die Fantasie, sondern bietet eine gute Möglichkeit in der Familie über die Bedeutung der Medien im Alltag nachzudenken. Weitere Ideen finden Sie in unserem Extrathema "Kreativ mit Medien".

Challenge als Motivation

Um den Ehrgeiz für ältere Kinder zu erhöhen, kann man das Medienfasten auch zur „Challenge“ machen. Handysektor bietet unter handysektor.de/challenge im Rahmen der „Real-Life-Challenge“ ein Kartenspiel mit 19 Aufgaben, wie „24 Stunden Handyfasten“ oder „Telefonieren statt buchstabieren“. Für jede Aufgabe gibt es Punkte und die Möglichkeit, ein Fazit zu schreiben. Die Person mit den meisten Punkten kann etwa bestimmen wohin der nächste Familienausflug geht.

Regeln helfen auch außerhalb der Fastenzeit

Doch auch außerhalb des Medienfastens ist es für Eltern sinnvoll, Absprachen mit ihren Kindern für die Mediennutzung zu treffen. Zum Beispiel hat das Handy beim Essen, bei den Hausaufgaben oder vor dem Schlafengehen Sendepause. Während des Schlafens ist das Handy ganz auszumachen.

Am besten halten sich daran alle in der Familie. Hierfür kann man eine Art „Handyparkplatz“ an einem gemeinsamen Ort einrichten. Bei Medienzeiten gilt als Orientierung diese Faustregel: nicht länger als zehn Minuten pro Lebensjahr am Tag, bei Kindern ab zehn Jahren eine Stunde pro Lebensjahr in der Woche. Mit zunehmenden Alter können sich Kinder die Zeit selbstständig einteilen. Diese Tipps helfen gegen Handystress, auch bekannt als "FOMO" (fear of missing out = die Angst etwas zu verpassen).

Eltern sind Vorbilder

Generell ist es wichtig für Kinder, wenn Eltern ihnen einen bewussten Umgang mit Medien vorleben. Dazu zählt etwa, nicht ständig per Handy erreichbar zu sein und dieses bei Gesprächen, während des Essens, beim Spielplatzbesuch oder bei der Autofahrt auszuschalten.

Vor allem können Eltern zeigen, dass sie sich den Alltag nicht von der Mediennutzung bestimmen lassen: kein Tippen auf dem Smartphone, während man aktiv Zeit mit dem Kind verbringt und kein Eintakten der Freizeit nach dem Verlauf des Fern­sehprogramms. Dazu gehört zudem, berufliche Telefonate und Mails nicht während der Familien­zeit entgegenzunehmen oder zu beantworten. Hier erfahren Sie, wie wichtig Eltern als Vorbild bei der Mediennutzung sind und können an einem Test teilnehmen.

Quelle

SCHAU HIN!