Hilfe! Mein Kind will nicht lesen – 8 Tipps für kleine Lesemuffel

Der Lieblingsschmöker ist etwas Wunderbares. Mit ihm kann man sich Nachmittage versüßen. Aber nicht jeder hat dafür etwas übrig. Ihr Kind will nicht lesen? Mit diesen 8 Tipps bringen Sie Ihren Nachwuchs auf den Geschmack.

Lesen ist der Schlüssel zu erfolgreichem Lernen. Schließlich nehmen wir einen Großteil unseres Wissens in Textform auf. Es gibt Kinder, die schon vor der Grundschule ambitionierte Leser sind und am liebsten in ihr Herzens-Buch eintauchen würden. Andere Kinder können damit gar nichts anfangen und wollen nicht lesen. Es gibt ja auch so viele weitere tolle Hobbies ...

Da wir das Lesen aber für uns und für die Schule brauchen, ist etwas Übung am Nachmittag eine gute Sache. Möchten Sie, dass Ihr Kind mehr liest, können Sie für etwas Anstoß sorgen, um das Interesse anzuregen, ohne unter Druck zu setzen. Das sind unsere kleinen aber feinen Tricks.

Ihr Kind will nicht lesen? 8 Motivationstipps:

Tipp 1: Oh, wie schön ist Lesen

Sie sind eine wahre Leseratte und könnten stundenlang Ihren Lieblingsroman wälzen? Dann zeigen Sie das auch Ihrem Kind. Zelebrieren Sie das Lesen, erzählen Sie Ihrem Nachwuchs, wie sehr sie sich über ein neues Buch freuen und was für ein Spaß Sie beim Lesen haben. Das alles natürlich ohne zu übertreiben. Auf diese Weise machen Sie auch Ihren Nachwuchs neugierig auf Bücher.

Tipp 2: Was gefällt dir? Auf welche Geschichten hast du Lust?

Manchmal will ein Kind nicht lesen, weil es noch kein Buch gefunden hat, das wirklich fesselt. Gehen Sie zusammen in die Buchhandlung oder in die Leihbücherei und stöbern Sie in den unterschiedlichen Abteilungen. Hat Ihr Kind eine Fernsehserie, die es gerne guckt? Vielleicht gibt es diese auch als Buch?

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind Bücher nicht nur nach dem Cover aussucht. Das führt oft zu Enttäuschungen und schadet der Leselust. Gibt es ein Buch, das Ihrem Kind bereits gefallen hat, ist ein Schmöker vom selben Autor meist eine gute Wahl. Hier passt der Schreibstil – ein wichtiger Faktor bei der Buchauswahl. Auch Comics oder Magazine sind erlaubt. Hauptsache es ist altersgerecht und Ihr Kind findet es gut.

Kein passendes Buch gefunden? 

Hier finden Sie die Leseempfehlungen der Stiftung Lesen (mit Suchfunktion).

Tipp 3: Langsames Lesen bremst die Leselust

Aller Anfang ist schwer. Während Leseanfänger noch langsam lesen und jeden Buchstaben einzeln betrachten, erfassen geübte Leser bis zu acht Buchstaben auf einmal. Auf diese Weise verstehen sie auch sofort die Bedeutung des Gelesenen. Wer schnell lesen kann, hat also auch mehr Spaß dabei.

Will Ihr Kind nicht lesen, weil es ihm noch zu anstrengend und langwierig ist, lautet unser Tipp: Den Zeigefinger einsetzten. Um mehrere Buchstaben auf einmal erfassen zu können, kommt es nämlich auf die Augenbewegung an. Fährt Ihr Kind beim Lesen mit dem Zeigefinger unter den Zeilen entlang, lenkt das seinen Blick bewusst von Wort zu Wort und fördert seine Konzentration.

Tipp 4: Cliffhanger beim Vorlesen

Sind Sie ein Serien-Junkie? Dann kennen Sie das bestimmt: Die Folge endet, wenn es richtig spannend wird und die Versuchung ist groß, direkt die nächste Folge zu gucken. Ein schlauer Trick, den Sie auch anwenden können, wenn Ihr Kind nicht lesen will. Wenn Sie Ihrem Nachwuchs etwas vorlesen, dann stoppen Sie an der spannendsten Stelle und lassen das Buch aufgeklappt liegen. Mit Glück, möchte Ihr Kind unbedingt wissen, wie es weitergeht und schnappt sich selbst das Buch. Dieser Trick klappt vielleicht nicht auf Anhieb, hat aber großes Potential!

Tipp 5: Ihr Kind will nicht lesen? Dann geben Sie dem Lesemuffel selbst eine Hauptrolle

Sie finden kein Buch, das Ihrem Kind so richtig gefallen möchte? Dieses wird es ganz bestimmt nicht mehr weglegen: Eine Geschichte mit Ihrem Kind in der Hauptrolle. Es gibt personalisierte Bücher, in denen wir selbst die Figuren und Geschehnisse bestimmen können. Details wie Name, Aussehen, Hobbies oder Lieblingsessen sind frei wählbar. Auch Familie und Freunde können vorkommen.

Gestalten Sie das Buch gemeinsam oder überraschen Sie Ihren Nachwuchs damit. Für dieses Buch begeistert sich garantiert auch ein Kind, das eher nicht so gern lesen will.

Tipp 6: Weg vom alten, staubigen Buch?

eReader überzeugen auch Lesemuffel. Auch wenn Ihnen möglichweise die guten, alten Bücher mit abgewetzten Seiten lieber sind, können digitale Medien ein Kind, das nicht lesen will, vielleicht umstimmen. Für die meisten Kinder sind Handy, Tablet und Co. unglaublich reizvoll. Darauf eine Geschichte lesen zu dürfen – der Hit! Ihr Kind kann ganze Romane auf dem eReader lesen oder Apps zum Lesenlernen auf verschiedenen Geräten nutzen.

Tipp 7: Kleine Leseaufgaben im Alltag

Wir sind umgeben von Werbung und Hinweisschildern. Probieren Sie doch mal, Ihren Sprössling ab und zu etwas vorlesen zu lassen.

Um Ihr Kind nicht unter Druck zu setzten, flechten sie solche Aufgaben am besten ganz beiläufig ein:

„Kannst du lesen, was da steht? Ich erkenne das von hier aus nicht.“ Wenn Ihr Kind nicht lesen will, ist es wichtig, dass es sich nicht belehrt fühlt.

Nehmen Sie als Eltern niemals die Rolle eines strengen Lehrers ein. Bei Ihnen soll Ihr Kind sich sicher und frei von Lernstress fühlen.

Sie könnten sich auch gegenseitig kleine Nachrichten am Kühlschrank hinterlassen.

Vielleicht machen Sie daraus einfach ein Spiel: Sie schreiben ein Wort, Ihr Kind liest es vor und bildet ein neues Wort, das mit dem letzten Buchstaben Ihres Wortes beginnt. Dann sind Sie wieder dran ... 

Tipp 8: Auf der Suche nach dem Lieblings-Lese-Ort

Wenn Ihr Kind nicht lesen will, fehlt vielleicht der richtige Lese-Ort. Manche Kinder erledigen ihre Hausaufgaben am besten am Schreibtisch, andere lümmeln lieber auf den Boden.

So ist das auch mit dem Lesen. Fragen Sie Ihr Kind doch mal, wo es am liebsten lesen würde. Fällt ihm nichts ein, probieren Sie gemeinsam verschiedene Orte aus und lesen Sie Ihrem Kind dort vor. Mit der Taschenlampe unter der Bettdecke, auf der Wiese in der Sonne oder in der heißen Badewanne – vielleicht finden Sie einen Lieblings-Ort, an dem das Lesen einfach besser klappt.

Sie können Ihrem Sprössling auch eine gemütliche Leseecke einrichten. Alles was Sie brauchen, um so ein kuscheliges Leseparadies zu schaffen, ist ein großes, bequemes Sitzkissen, einen Baldachin und eine Lichterkette. Wäre vielleicht auch eine Idee für Ihr persönliches Leseparadies?

Alles Quatsch. Mein Kind will immer noch nicht lesen!

Ihr Kind will weiterhin nicht lesen und weigert sich auch, das in der Schule zu tun? In diesem Fall suchen Sie am besten das Gespräch mit dem Lehrer Ihres Abc-Schützen. Er kann Ihnen weitere Tipps und seine Einschätzungen geben, ob es sich um kindliche Unlust oder tiefergehende Probleme, wie eine Lernblockade oder eine Lese-Rechtschreibt-Schwäche, handelt.

Quelle

Scoyo Elternnewsletter vom 19.03.2017