0900-Nummer bei Onlingames: Eltern haften nicht für ihre Kinder

Rufen Kinder für Onlinespiele teure 0900-Nummern an, müssen Eltern die Kosten nicht bezahlen, entschied der Bundesgerichtshof. Wir zeigen, worauf Eltern bei In-Spiele-Käufen achten sollten.

Gute Nachricht für Eltern: Der Bundesgerichtshof hat am 6. April entschieden, dass Eltern nicht für Einkäufe ihrer Kinder über 0900-Telefonnummern haften. Das Gericht bezog sich dabei auf eine gesetzliche Sondervorschrift im Telekommunikationsgesetz. Demnach haftet grundsätzlich der Dienstleister, wenn die Bezahlung für Dienste per Telefon erfolgt und Eltern dem nicht zugestimmt haben.

Geklagt hatte eine Mutter, deren 13-jähriger Sohn ein beliebtes Onlinespiel gespielt hatte und über eine 0900-Nummer so genannte Add-Ons, also Zusatzleistungen, für das Spiel erwerben wollte: der Junge rief 21 Mal die Nummer des Bezahldiensts an und kaufte so über Codes des Spieleanbieters für 1250 Euro weitere Ausrüstung für seine Spielfigur. Das Gericht entschied, dass die Mutter, die von den Käufen des Kindes nichts wusste, für die Kosten nicht aufkommen muss. Allerdings verwies es darauf, dass das Urteil etwa für Anfrufe von Kindern bei Sex-Hotlines anders aussehen kann. Denn hier wird die Leistung am Telefon direkt erbracht.

Free-to-Play-Spiele

Zunächst kostenlose Onlinespiele, bei denen man Zusatzleistungen dazu kaufen kann, gibt es viele.  Nutzer können bestimmte Extras wie virtuelle Ausrüstung, eine andere Spielerfigur oder neue Levels erwerben. Über "Pay by Call" passiert das eher selten. Gängiger ist die Abrechnung über die Mobilfunkrechnung, denn viele Jugendliche spielen inzwischen auf dem Smartphone oder Tablet-Computer. Wir empfhehlen Eltern auf Verschiedenes zu achten:

Wählen Sie einen kindgerechten Tarif

Ein Laufzeitvertrag mit monatlicher Kostenbegrenzung ("Kosten-Airbag") oder ein spezieller Vertrag für Kinder und Jugendliche ist bei vielen Anbietern erhältlich. Besprechen Sie mit Ihrem Kind welche Kosten bei welcher Nutzung entstehen und erklären Sie Zusammenhänge verständlich. Richten Sie auch eine Erinnerung ein, wenn ein gewisses Datenvolumen erreicht ist.
Beteiligen Sie Ihr Kind an den Kosten, sowohl bei der Anschaffung des Gerätes als auch für die regelmäßige Nutzung (Prepaidkarte oder monatliche Laufzeitkosten). So lernt es nicht nur sein Smartphone zu schätzen sondern auch verantwortungsvoll damit umzugehen und es sinnvoll einzusetzen. Ein Einnahmen- und Ausgabenplan hilft Ihrem Kind, die Kosten im Blick zu halten.

Vermeiden Sie Kostenfallen

Nicht nur bei Laufzeitverträgen, sondern auch bei Prepaid-Karten ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind über die Kosten für Datenvolumen, Gespräche und Nachrichten sprechen. Vorsicht bei Zusatzdiensten, Klingeltönen, Apps und Spielen fürs Handy! Diese Angebote sind häufig kostspielig.

Lassen Sie Drittanbieter beim Netzbetreiber sperren: Bei der Telekom nutzen sie dazu die Servicenummer 2202, bei Vodafone 1212, bei 02 55222. Ab einer gewissen Reife und Erfahrung mit etwa 12 Jahren können Sie diese wieder aktivieren. Informieren Sie sich – am besten mit Ihrem Kind – über kostenlose Angebote und aktivieren Sie Sicherheitseinstellungen im Gerät.

Quelle

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