Mehr als Geld? Zur (Neu-)Konzeptualisierung väterlichen Engagements

Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios E. Fthenakis

Wfthenakis
 

In diesem Beitrag wird auf einige Arbeiten hingewiesen, die seit einigen Jahren die Diskussion um die (Neu-)Konzeptualisierung väterlichen Engagements und generell von Vaterschaft bestimmen und die gegenwärtig zur Befürwortung eines erweiterten Vaterschaftskonzeptes führen, das bestimmtem  Anforderungen genügen sollte.

Die bisherige Rolle des Vaters als “Ernährer” der Familie ist als ein Bestandteil (von mehreren) guter Vaterschaft anzusehen (Christiansen 1997; Popenoe 1996);

sowohl direkte als auch indirekte Beiträge des Vaters sind zu berücksichtigen;
psychologischen, affektiven, kognitiven, ethischen und spirituellen Manifestationen väterlicher Beteiligung ist verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken;
und die besondere Situation von außerhalb lebenden Vätern ist zu berücksichtigen.

Vaterschaft sollte unter Einbeziehung der anderen Familienmitglieder und in unterschiedlichen Phasen des Familienentwicklungsprozesses konzeptualisiert werden. Das Konzept sollte ferner erlauben, nicht nur objektive Maße väterlicher Beteiligung, sondern auch subjektive Bewertungsmuster der Beteiligten über Vaterschaft zu erfassen. Väterliches Engagement sollte in seiner Einzigartigkeit (Popenoe 1996) und nicht (wie in manchen Fällen) relativ zum mütterlichen Engagement betrachtet werden (Hawkins/ Palkovitz 1997). Schließlich sollte väterliches Engagement in unterschiedlichen historischen, kulturellen und sozialen Kontexten betrachtet werden.

Bisherige Arbeiten, die das Ausmaß der in direkter Interaktion mit dem Kind verbrachten Zeit als zentrales Kriterium zur Bestimmung väterlichen Engagements verwenden, erlauben keine angemessene Einschätzung von Vätern für ihre Kinder und ihre Familien. Eine erweiterte Konzeptualisierung väterlicher Beteiligung wird hingegen erhebliche theoretische und praktische Vorteile mit sich bringen und uns helfen, den Beitrag des Vaters innerhalb der Familie und für die Entwicklung des Kindes angemessener zu untersuchen.

Den vollständigen Text dieses Fachbeitrags einschließlich einer ausführlichen Literaturliste  finden Sie hier.

Weitere Beiträge des Autors hier in unserem Familienhandbuch

Kontakt

Homepage

Erstellt am 29. Januar 2004, zuletzt geändert am 29. Januar 2004