“Meine Kinder machen mich fertig!”

Beatrice Bachmann
Bachmann

Argumentieren, Diskutieren, Manipulieren: Verantwortungsarme Kinder

Erschöpfte Eltern, die darüber klagen, dass ihr Einzelkind oder ihre Kinder sie übermäßig anstrengen, häufen sich in letzter Zeit in der Erziehungsberatungsstelle des Vereins für Christliche Ehe- und Familienarbeit e.V.. Die Kinder sind meist sozial unauffällig, ja sogar angesehen in ihrem sozialen Umfeld. So wird den Eltern oft kein Glauben geschenkt, was sie zusätzlich belastet.

Fälle aus der Erziehungsberatung

Auch Marion B. baut dem Beratungstermin vor: “Wenn Sie Yvonne und Natascha sehen, glauben Sie mir sowieso nicht. Sie sind gut in der Schule, musizieren im Schulorchester, sind überall beliebt, und ich bekomme immer wieder zu hören, was für prima Töchter ich hätte…niemand glaubt mir, wie sie sich zu Hause aufführen!” Die Töchter, 14 und 16 Jahre, lassen zuhause alles liegen und stehen, was sie benutzen, räumen ihre Zimmer nicht auf, geben die Kleidung nicht in die Wäsche, geschweige denn, dass sie Verantwortung für Aufgaben zum Wohle der Familie übernehmen würden. “Für alles haben sie eine Ausrede. Was ich von ihnen will, muss ich zig mal wiederholen, und wenn es dann immer noch nicht gemacht ist, fangen sie an zu diskutieren… Sie benutzen meine Sachen ohne mich zu fragen, ich kann dann alles zusammensuchen, und keine will es gewesen sein…ich kann nicht mehr!”

Nicht immer ist der Einstieg in das Thema so dramatisch. Viele Eltern kommen heute in die Sprechstunde, bevor Probleme sich verfestigen, so die Eltern des neunjährigen Fabian: “Er ärgert uns nicht bewusst, das würde ich nicht sagen,” antwortet der Vater auf die Frage, ob er sich von Fabian provoziert fühle. “Er lässt einfach alles stehen und liegen, vergisst zum Beispiel ständig, wann er dran ist mit Treppe kehren. Was noch?” Die Mutter: “Er verliert alle möglichen Dinge. Ich habe ihm schon das dritte Paar Turnschuhe gekauft!”

Gemeinsam ist diesen Kindern und Teenies, dass sie zu Hause Verantwortung für sich nur in einem Umfang übernehmen, der ihrem Alter nicht angemessen ist. Für Aufgaben, die zum reibungslosen Zusammenleben der Familie beitragen, sind sie nur schwer heran zu ziehen. Statt dessen lassen sie sich bitten und betteln, zeigen sich unbeeindruckt von Drohungen und möglichen Konsequenzen. Und noch eine Gemeinsamkeit zeichnet sie aus: Sie diskutieren, argumentieren, verhandeln und manipulieren, wie der erst dreijährige Ruben, den Simone P., eine junge, freundliche Frau, in die Beratung bringt: Er geht schnurstracks zum Computer. Frau P. steht auf und geht zu ihm, nimmt ihn ruhig an der Hand und versucht ihn weg zu ziehen: Für Ruben der Anlass, sich auf den Boden fallen zu lassen und in ohrenbetäubend gellendes Kreischen auszubrechen. Als sie sich hinsetzt, steht er auf, zeigt auf den Computer, schmiegt sich an sie und sagt mit süßem Stimmchen: “Nur einmal!” Als die Mutter sagt, nein, es geht nicht, wirft er sich wieder auf den Boden und brüllt lauthals heraus. Simone P: “So geht das den ganzen Tag!” Im Kindergarten jedoch sei er gut integriert: “Als ich den Erzieherinnen davon erzählt habe, meinten sie, ich rede von einem anderen Kind!”

Es fällt auf, dass die Mutter ganz normal gekleidet, Ruben jedoch mit dem teuersten Outfit ausgestattet ist. Darauf angesprochen meint sie: “Ja, Ruben hat einen ganz besonderen Geschmack. Er trägt eben nicht alles!”

Wie entwickelt sich das Problem?

An den Beispielen, für die ich Kinder in drei unterschiedlichen Entwicklungsstufen gewählt habe, lässt sich der Entwicklungsverlauf des Problems und seiner Symptome gut darstellen:

Das kleine Kind erlebt, dass die Eltern ihm einen höheren Stellenwert geben als sie sich selbst zugestehen: Sie stellen seine Bedürfnisse über ihre eigenen. Das Kind lernt, dass seine Bedürfnisse wichtiger sind als die der Eltern, da auf seine Unmutsäußerungen eine Reaktion der Eltern erfolgt, die ihm seinen Willen gewährt. Mit der Zeit lernt es, mit welchen Äußerungen es die Eltern zur gewünschten Reaktion bringt: Es beginnt, Techniken des Argumentierens, Verhandelns, Diskutierens zu entwickeln. Die Palette reicht von dezenter Manipulation (schmeichelnde Babystimme, sanfter Augenaufschlag) über das Auslösen von Schuldgefühlen ( “Du hast mich nicht mehr lieb!” , “Das ist ungerecht!” u. ä.), bis zum Brüllen, Sich auf den Boden werfen, Türenknallen, Luftanhalten und Erbrechen. Die Reaktionen der Eltern auf das Diskutieren, Verhandeln, Manipulieren des Kindes bestimmen sein zukünftiges Verhalten ihnen gegenüber.

Da die Kinder oft außerhalb der Familie keine Probleme machen, sondern sogar positive Rückmeldungen kommen, bemerken betroffene Eltern erst mit den Jahren, dass ihre Kinder sie nicht so entlasten, wie es ihrem Alter angemessen wäre. Zunächst denken sie, es sei normal, dass Kinder auch nach der Kleinkinderzeit derart anstrengend sind.

In der nächsten Entwicklungsstufe, erkenntlich am Beispiel des neunjährigen Fabian, hat das Kind bereits gelernt, dass die Eltern sich um alles kümmern und es selbst nicht viel zu seinem und dem Leben der anderen Familienmitglieder beitragen muss. Eltern spüren zwar inzwischen einen gewissen Leidensdruck durch das verantwortungsarme Verhalten ihres Kindes, suchen aber häufig nach Erklärungen und Gründen: “Wahrscheinlich macht ihm der Wechsel in Kindergarten / Schule / Geburt der Schwester / Verlust des Freundes / Pubertät etc. zu schaffen.”

Eltern nehmen das Problem häufig erst in der dritten Phase wahr, wenn die Anstrengungen überhand nehmen. Dann aber oft vehement: Einige versuchen radikal, ihre Teenies zu ändern oder drohen ihnen offen mit Rausschmiss, wenn sie sich nicht ändern.

Teenies reagieren darauf mit einer Mischung aus Verletzung und Hilflosigkeit, so Natascha P. aus dem ersten Beispiel: “Ich weiß nicht, was mit meiner Mutter plötzlich los ist – sie schreit nur noch herum. Bisher lief doch alles o.k., oder? Jetzt war sie sogar schon auf dem Jugendamt mit mir und hat sich nach Möglichkeiten erkundigt. Aber ich will nicht weg von zu Hause!”

Beim Teenager hat die angelernte Einstellung sich inzwischen verfestigt und ist nur sehr schwer und mit äußerster Geduld und Zähigkeit zu ändern, denn inzwischen können echte Wissens- und Erfahrungslücken in punkto Verantwortung für sich und das familiäre Umfeld vorhanden sein.

Wie kommt es, dass Eltern sich selbst einen geringeren Stellenwert einräumen als ihren Kindern?

Manche Eltern mit diesem Problem wurden selbst stark autoritär erzogen und möchten ihren Kindern ersparen, was sie in ihrer Erziehung als negativ erfahren haben. Sie nehmen auf die Kinder zu viel Rücksicht und akzeptieren Verhaltensweisen, die ihnen eigentlich missfallen. Als oberste Erziehungsziele nennen sie oft Selbstbewusstsein, Kritikfähigkeit, Durchsetzungsfähigkeit und die persönliche Entwicklung (Selbstverwirklichung) ihrer Kinder.

Schuldgefühle
Eltern, die Schuldgefühle gegenüber ihren Kindern haben, so zum Beispiel aufgrund einer Scheidung, der Geburt eines Geschwisters oder Lebenssituationen, in denen sie zu wenig Zeit für die Kinder haben, neigen aus dem Gefühl der Wiedergutmachung heraus dazu, sich ihren Kindern (teilweise) unterzuordnen. Herr und Frau M. erhalten keinerlei Unterstützung von ihren vier Kindern im Alter von 7-12 Jahren: “Die Kinder kamen rasch hintereinander. Eifersucht war immer ein Thema. Irgendwie hat sich meine Frau ständig Vorwürfe deswegen gemacht.” Frau G., alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern, gab sich stets die Schuld an ihrer Scheidung: “Ich wollte ihnen alles ermöglichen, was sie auch mit Vater gehabt hätten.” Die Kinder bekamen eigene Reitpferde und nahmen teure Sprachreisen wahr, während die Mutter viel arbeitete und auf Annehmlichkeiten verzichtete. In der guten Absicht, Gefühle von Trauer oder Eifersucht auszugleichen, nehmen Eltern den Kindern Verantwortung und Aufgaben ab, machen ihnen Handreichungen oder verlangen von ihnen zu wenig oder keine Unterstützung im Haushalt.

Unsicherheit und Angst vor seelischem Schaden
Manche Eltern sind aufgrund der vielen Erziehungsratgeber stark verunsichert und haben Angst, durch Forderungen nach Mithilfe und dem Setzen von Grenzen bei Kindern seelische Schäden auszulösen. So sagte der Vater von Fabian aus dem angeführten Beispiel in einer der folgenden Beratungsstunden: “Ich weiß nie so recht, wie ich Grenzen setzen soll. Ich habe echt Angst, zu streng zu sein. Ich will nicht, dass mein Sohn mal ein so schlechtes Verhältnis zu mir hat wie ich zu meinen Eltern!”

Konfliktscheu oder zu wenig Energien, um Konflikte durchzustehen
Kinder haben sehr schnell heraus, wie weit sie bei jemandem gehen können. Bei manchen Menschen ist das Harmoniebedürfnis so groß, dass sie Konflikte lieber vermeiden. Eine andere Ursache für das Aussitzen von konfliktgeladenen Situationen kann ein Mangel an Zeit oder innerer Kraft sein: Eltern, die von der Arbeit erschöpft nach Hause kommen, haben oft keine Kraft mehr, auch noch häusliche Konflikte anzugehen. Sie neigen dazu, Kinder zu wenig für häusliche Aufgaben anzulernen und die Dinge, die sie eigentlich von ihren Kindern verlangt haben, lieber selbst zu tun, weil es zunächst einfacher erscheint, der Auseinandersetzung aus dem Wege zu gehen. “Am Anfang war es leichter, die Sachen schnell selbst zu erledigen,” so Frau St., deren elfjähriger Sohn sich nur mit großem elterlichen Einsatz dazu bewegen lässt, im Haushalt zu helfen. “Ich war immer berufstätig, Stefan war gut versorgt. Abends hatte ich einfach nicht mehr den Nerv, ihn anzuschieben.” Erst mit zunehmendem Alter der Kinder überwiegt die Anstrengung, den Kindern weiterhin Dinge abzunehmen, die sie eigentlich inzwischen selbst erledigen könnten.

Eheprobleme als Ursache
Auch Eheprobleme können Auslöser für verantwortungsarmes Verhalten von Kindern sein: In der Familienberatung darf die Familie die Sitzordnung bestimmen. Familie T., die über das Problem klagt, dass die 13-jährige Tochter nur wenig Verantwortung für sich und keine Verantwortung für Aufgaben im Haushalt übernehme, nimmt ihre Plätze ein. Die Mutter setzt sich eng mit dem Sohn zusammen, der Vater eng mit der Tochter, beide Kinder zwischen die Eltern, doch zwischen diesen beiden Sitzkonstellationen klafft eine breite Lücke. Die Mutter macht immer wieder leise Bemerkungen zum Sohn hin, während die Tochter sich gegenüber dem Vater äußerst schnippisch verhält. Die folgenden Gespräche bestätigten unsere Annahme: Da der Vater sich der Tochter mehr als seiner Frau verpflichtet fühlt und sich darüber hinaus ihr unterordnet, hat die Tochter den Chefsessel der Familie inne. Tatsächlich bestimmt sie in weiten Teilen, was die Familie zu tun und zu lassen hat.

Als Ursache dieser Konstellation stellt sich heraus, dass die Ehefrau verbittert darüber ist, dass der Ehemann aus beruflichen Gründen über Jahre hinweg zu wenig Zeit für sie hatte. So war der Sohn in die Rolle des Ersatzpartners geraten. Als Reaktion darauf nahm der frustrierte Ehemann die Tochter in die Ersatzpartner-Rolle. In den anschließenden Gesprächen geht es ausschließlich darum, den Vater in seiner Rolle als Ehemann und Vater zu bestärken, um den Platz an der Seite seiner Frau wieder einzunehmen und damit den Kindern automatisch ihren Platz zuzuweisen.

Wichtig ist auch, dass Ehepartner sich gegenseitig achten. Tun sie das nicht, wenn z.B. der eine Partner durch abfällige Bemerkungen die Autorität des anderen untergräbt, wird sich dies auch auf die Kinder auswirken, die sich ebenfalls über den entsprechenden Elternteil stellen.

Auch Kinder, die aufgrund des Verlustes eines Elternteils durch Tod oder Scheidung an die Stelle des Elternteils gehoben und damit eine Ersatzpartner-Funktion einnehmen, können dazu neigen, sich Mutter oder Vater überzuordnen.

Zeichen der Rangordnung beachten

An den Beispielen wird ersichtlich, wie wichtig es ist, Zeichen der Rangordnung zu beachten. Verstöße dagegen nehmen Kinder sehr sensibel wahr und reagieren entsprechend darauf. Hier ein paar Beispiele:

  • Die Teenager haben das ganze Haus inne, während das Schlafzimmer der Eltern sich im Keller befindet
  • Die Kinderzimmer sind perfekt mit Hightech ausgestattet, während der Vater ein völlig veraltetes Büro im Haus hat
  • Die Eltern sitzen an den Seiten des Esstisches, während die Kinder die Kopfenden besetzen
  • Die Eltern tragen abgetragene Kleidung, während die Kinder mit teurer Markenkleidung ausgestattet sind
  • Die Kinder bekommen am Tisch die Leckerbissen, die Eltern begnügen sich mit den Resten usw.

Zeichen der Rangordnung sind im menschlichen Zusammenleben von Bedeutung und sollten in der Familie keinesfalls unterschätzt werden!

Tipps

Wenn Sie sich und Ihre Kinder hier teilweise wiedererkennen, möchten wir Sie ermutigen, mehr auf sich und ihre Bedürfnisse zu achten und sich gegenüber den Kindern deutlicher zu äußern:

  • Achten Sie mehr darauf, welches Verhalten der Kinder Ihnen missfällt. Überlegen Sie: Was ist es, was mich anstrengt? Was könnte mein Kind eigentlich schon selber tun? Oft sind es immer dieselben Konflikte, die endlos Energien kosten – es sei denn, man stellt sich ihnen.
  • Üben Sie an den Alltagssituationen, sich einem Konflikt zu stellen und ihn bis zum Ende durchstehen: Die Kinder aus eingefahrenen Verhaltensweisen herauszubringen kann sehr anstrengend sein. Je älter die Kinder sind, desto mehr Zeit und Energie müssen Sie dafür einsetzen.
  • Wenn Sie ein Verhalten einfordern oder abstellen möchten, lassen Sie sich nicht mehr in Diskussionen hineinziehen, verhandeln Sie nicht mehr, sondern bestehen Sie auf einer berechtigten Forderung. Hier ein Beispiel mit kleineren Kindern: Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Kind die Nase hochzieht und es aber nach der Aufforderung, sich die Nase zu putzen, nicht geht, um ein Taschentuch zu holen, stehen Sie auf und gehen mit dem Kind an der Hand das Taschentuch holen – ohne Vorwurf, Schimpfen u.a. Wenn Sie dies ein paar mal gemacht haben, stellt das Kind fest: “Die Mama meint, was sie sagt! Was ich unterlasse, muss ich dann doch machen.”
  • Manipulatives Verhalten nicht mehr mit den alten Handlungsmustern für das Kind positiv beantworten, sondern mit negativen Ich-Botschaften:” Dein Herumzappeln strengt mich sehr an! “,” Ich fühle mich durch dein (Verhalten benennen, z.B.) Benutzen meiner Kleidung ohne mich zu fragen übergangen oder besser gesagt, so als würdest du auf mir herum trampeln! “,” Es ist mir total peinlich, wie du hier schreist! “u.ä.
  • Bei größeren Kindern kann man das manipulative Verhalten ansprechen:” Ich weiß, du willst mir jetzt Schuldgefühle machen. Mir ist aber wichtig, dass du hier mit hilfst! ”
  • Kinder weniger nach ihrer Meinung und ihren Wünschen fragen, statt dessen mehr anordnen.
  • Kinder nicht mehr nach ihrer Meinung in Entscheidungen Erwachsener fragen.
  • Das” Verursacher-Prinzip “in der Familie einführen und auf seine Einhaltung bestehen: Wer etwas schmutzig macht, macht es sauber, wer etwas benutzt, räumt es weg, wer etwas kaputtmacht, repariert es (ggf. mit Hilfe der Eltern). Hier lernen die Kinder spielerisch und ganz natürlich, dass alle ihre Handlungen Konsequenzen haben und werden von klein an mit dem biblischen Prinzip” Saat und Ernte “vertraut gemacht.
  • Sie können Ihr Kind vermehrt für altersgerechte Arbeiten anlernen, ihm Aufgaben übertragen und dafür sorgen, dass sie erledigt werden. Das Kind erfährt dadurch Anerkennung und Erfolgserlebnisse durch Handlungen und nicht durch Diskutieren, Argumentieren und Verhandeln. Dies verhilft ihm zu einer anderen Verhaltensweise.
  • Sich nicht vom Kind beschäftigen lassen, sondern das Kind mit altersangemessenen, sinnvollen Aufgaben im Haushalt beschäftigen.
  • Nein-Sagen lernen, wenn die Forderungen des Kindes zu viel werden und dadurch selbst das Tempo, mit dem man neue Aufgaben angehen möchte, bestimmen:” Ich möchte jetzt nicht mit euch spielen. “-” Erst mache ich das fertig. “Wichtig ist es, trotz Manipulationsversuchen bei diesem Nein zu bleiben:” Ich kann mich nicht auf die Arbeit konzentrieren, wenn du hier herum quengelst. “-” Ich komme erst, wenn ich damit fertig bin, und das ändert sich auch nicht, wenn du dauernd Mama rufst.”
  • So hart es klingt: Es kann passieren, dass Sie Auseinandersetzungen gewinnen müssen, wenn Kinder oder Jugendliche testen, ob Sie nun wirklich ernst zu nehmen sind. Ihnen wird manchmal nur so klar, dass ihr verantwortungsarmes Verhalten nicht länger erwünscht ist.
  • Auch wenn es zunächst nicht so scheint: Kinder wünschen sich starke Eltern, die sich den Konflikten mit ihnen stellen, sie anleiten und ihnen Grenzen setzen, denn das empfinden sie als liebevolle Zuwendung. So wie Fabian aus unserem Beispiel es ausdrückte, der im Abschlussgespräch der Beratung dabei war. Er antwortete auf die Frage, was sich für ihn geändert habe: “Ich bin jetzt auch wichtig, weil ich m u s s auch mal was!” Wenn Sie ein gutes Vorbild abgeben, brauchen Sie nicht explizit auf Selbstverwirklichungs-, Durchsetzungs- und Kritikfähigkeit ihrer Kinder zu achten. Außerdem brauchen Kinder zur Selbstverwirklichung viele Fähigkeiten, die sie am besten durch die Erledigung von Aufgaben, die die Familie unterstützen, entwickeln können – im Vertrauen auf starke Eltern, in Schutz und Geborgenheit.

Autorin

Beatrice Bachmann, M.A., leitet den Verein für Christliche Ehe- und Familienarbeit e.V. mit dem Ziel der Scheidungs-Prävention. Dieser bietet nach biblischem Konzept Ehe-Beratung, Ehe-Seminare und Seminare zum Ehe-Berater.

Bücher: „Handbuch der Ehe- und Familienberatung“, “Zeit-Management für die Familie” u.a.

Kontakt

Beatrice Bachmann, M.A.
Christliche Ehe- und Familienarbeit CEF e.V.
Schlossstr. 18
88441 Mittelbiberach

Tel. 07351/300 37 36

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Erstellt am 19. November 2002, zuletzt geändert am 19. Februar 2016