Papa, spielen wir Computer?

Eine aktuelle Studie belegt: Kinder beginnen immer früher mit dem Computerspielen. Die Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ empfiehlt Eltern, ihre Kinder dabei zu begleiten, auf altersgerechte Angebote zu achten und feste Zeiten zu vereinbaren.

Kinder im Vor- und Grundschulalter zwischen fünf und acht Jahren sammeln bereits ihre ersten Erfahrungen mit Computerspielen, wobei Jungs in der Regel früher mit dem Spielen beginnen als Mädchen. Das Einstiegsalter wird sich wahrscheinlich noch weiter nach vorn verschieben und damit Medienaufsicht und Jugendverbände vor große Herausforderungen stellen. Entscheidend beim Start in die Spielwelt sind gerade männliche Bezugspersonen in der Familie. Das zeigen Ergebnisse der aktuell veröffentlichten Studie der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) „Computerspiele(n) in der Familie“. Danach scheint der digitale Spielspaß kaum reguliert zu werden.

Verantwortungsvoller Spielspaß in der Familie

Dabei sollten Eltern sich die Zeit nehmen, ihre Kinder von Beginn an in diese für sie noch unbekannte Welt zu begleiten. Sie zeigen damit ihr Interesse und gewinnen ein Gefühl dafür, welche Spiele ihre Kinder besonders mögen und welchen Stellenwert sie in der Freizeit ihrer Kinder einnehmen. „Computerspiele gemeinsam zu entdecken macht viel Spaß, jedoch sollten Eltern darauf achten, dass die Spiele altersgerecht sind und andere Aktivitäten nicht zu kurz kommen“, empfiehlt Susanne Rieschel, Sprecherin der Initiative „SCHAU HIN!“. Wichtig sind klare Regeln, um gemeinsam zu vereinbaren, wie oft, wie lange und vor allem welche Games Kinder spielen dürfen. Grundsätzlich gilt, dass generelle Spielverbote wenig helfen. Wichtiger ist vielmehr die richtige Dosierung.

Als Richtschnur gilt: Kinder bis sieben Jahre sollten nicht länger als eine halbe Stunde, Acht- und Neunjährige maximal 45 Minuten, Zehn- und Elfjährige höchstens eine Stunde und Zwölf bis 13-Jährigen bis 75 Minuten täglich vor dem Bildschirm verbringen – ob TV, Games oder Internet.

Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel. „Mit einem Computerspiel ist es bisweilen wie mit einem Buch – wenn es spannend ist, will man auch hier das Kapitel noch zu Ende lesen. Eltern sollten daher nicht zum Spielverderber werden, sondern ihrem Kind erlauben, ein Level zu Ende zu spielen und den Spielstand zu speichern“, empfiehlt SCHAU HIN!-Medienpädagogin Kristin Langer. Ältere Kinder können sich auch ein bestimmtes Zeitbudget pro Woche selbst einteilen.

Altersgerechte Spiele nutzen

Eine erste Orientierung bei der Auswahl kindgerechter Computerspiele bietet die Altersfreigabe der „Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle“ (USK). Auf jedem Spiel findet sich eine entsprechende Kennzeichnung auf der Verpackung. Spiele ohne Jugendfreigabe sind für Kinder und Jugendliche tabu. Zusätzlich empfiehlt sich, weitere Informationen einzuholen, weil die Altersfreigabe allein wenig über die pädagogische und inhaltliche Qualität aussagt. Diese bieten Kindersoftwarepreise wie TOMMI und GIGA MAUS oder Portale wie www.spielbar.de und www.klick-tipps.net/spielen.

Weitere Informationen zum Thema bietet SCHAU HIN! im Themenbereich „Games & Onlinegames“ sowie über den kostenlose Ratgeber „Kindgerechter Umgang mit Games“ auf der Website www.schau-hin.info. Eine aktuelle Übersicht bietet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit der Broschüre „Spiel- und Lernsoftware pädagogisch beurteilt“.

Quelle

SCHAU HIN

 

Erstellt am 19. Februar 2013, zuletzt geändert am 19. Februar 2013