Die Koordinierende Kinderschutzstelle (KoKi) – Netzwerk frühe Kindheit

Laura Magdalena Schrimpf

Die Koordinierenden Kinderschutzstellen (KoKi) – Netzwerke frühe Kindheit bieten (werdenden) Eltern und Alleinerziehenden mit Kindern im Alter von 0-3 Jahren in belastenden Lebenslagen und Überforderungssituationen kostenfreie und anonyme Beratung und Unterstützung an. Außerdem informiert die KoKi über bestehende Angebote in der Region und vermittelt den Familien passgenaue Hilfen.

Koki-colDie Geburt eines Kindes stellt für die meisten Menschen ein wunderschönes aber oft auch dramatisches Ereignis des Lebens dar. Für viele Eltern ist die neu hinzugekommene Verantwortung mit hohen physischen und psychischen Anforderungen verbunden, die sie sich so oft nicht vorgestellt haben. Selbst unter positiven Bedingungen ist die Zeit des Übergangs in die Elternschaft eine Herausforderung.
Im Rahmen des Modellprojektes „Guter Start ins Kinderleben“ wurde das Konzept der Koordinierenden Kinderschutzstellen – Netzwerk frühe Kindheit (KoKi) in Bayern entwickelt. Aufbauend auf den positiven Erkenntnissen der Modellphase wurden schon im Frühjahr 2008 die Weichen entsprechend gestellt, so dass in 2009 der Übergang in ein Regelförderprogramm erfolgen konnte. Hier wurden in Bayern die Rahmenbedingungen eines präventiven Kinderschutzes geschaffen, die sich nun auch im Bundesgesetz widerspiegeln.

Im Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) werden in § 3 Abs. 1 KKG alle Länder zum Aufbau und zur Weiterentwicklung verbindlicher Netzwerkstrukturen insbesondere im Bereich Früher Hilfen verpflichtet. In allen Bundesländern wurden die an vielen Standorten bereits vorhandenen guten Ansätze Früher Hilfen weiter entwickelt.

Das bayerische KoKi-Konzept diente als Vorlage für die im Bundeskinderschutzgesetz aufgenommenen „Netzwerke Frühe Hilfen“ und wurde somit zum bundesweiten Standard.

KoKi – Netzwerk frühe Kindheit

ist eine Anlaufstelle für werdende Eltern, Eltern und Alleinerziehende (mit Kleinkindern zwischen 0-3 Jahren), die Unterstützung wünschen bzw. diese aufgrund von besonderen Belastungen (Partnerschaftskonflikte, Unsicherheit in der Erziehung, etc.) benötigen. Die KoKi bietet frühzeitige Hilfestellung sowie eine unverbindliche und kostenlose Beratung in schwierigen Lebenslagen rund um das Thema Kind und Familie. Aktive, auf Wunsch auch aufsuchende Kontakte der KoKi dienen der Information, Aufklärung und Beratung oder der Klärung etwaiger Unterstützungsbedarfe. Unterstützung kommt aber nicht nur von der Kinder- und Jugendhilfe sondern auch von vielen anderen Stellen. Zudem informiert die KoKi über alle Angebote für Eltern und Kinder im jeweiligen Landkreis oder der Stadt. Das Angebot basiert auf Freiwilligkeit und unterliegt der Schweigepflicht.

Die Koordinierenden Kinderschutzstellen verfolgen einen familienbezogenen Ansatz: sie bauen vor Ort ein interdisziplinäres, regionales Netzwerk (z. B. Kliniken, Ärzte, Hebammen, Beratungsstellen) auf und pflegen dieses, um Familien gezielte und qualifizierte Unterstützung anbieten zu können. Für Rat suchende Familien und Partner im Netzwerk frühe Kindheit steht die KoKi als Anlaufstelle zur Verfügung und ist ohne Hürde und praktisch immer erreichbar.

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Es gibt KoKis in ganz Bayern, in jeder Stadt und jedem Landkreis, angesiedelt an das jeweilige Jugendamt.

Die KoKi weiß wer hilft und kann entsprechend vermitteln. Bedarfsweise stellt sie auch ihr eigenes Beratungsangebot zur Verfügung.

Alle Stellen, Einrichtungen und Dienste, Fachkräfte und Menschen, die rund um die Geburt und in der frühen Kindheit mit Familien zu tun haben, finden in der KoKi kompetente Ansprechpartner. Diese kümmern sich um einen kontinuierlichen Informationsaustausch und regelmäßige Kontaktangebote.

Gezielte Ansprechpartner vor Ort finden Sie bei Ihrer zuständigen KoKi in Bayern hier.

Oberstes Ziel ist es, alle Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten vor Ort zur bestmöglichen Unterstützung junger Menschen und ihrer Familien zu bündeln.

Weiterführende Informationen

Autorin

Laura Magdalena Schrimpf, Diplom Sozialpädagogin (FH).

2009- 2014: Fachliche Begleitung der Koordinierenden Kinderschutzstellen in Bayern beim Zentrum Bayern Familie und Soziales – Bayerisches Landesjugendamt, München

Kontakt

Sabine Müller, Fachliche Begleitung der Koordinierenden Kinderschutzstellen in Bayern beim Zentrum Bayern Familie und Soziales – Bayerisches Landesjugendamt, München

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Erstellt am 22. Februar 2013, zuletzt geändert am 04. Dezember 2015