Dienste der Offenen Behindertenarbeit – am Beispiel Bayerns

Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

Was sind Dienste der Offenen Behindertenarbeit?

Die meisten Menschen mit Behinderung oder chronischer Krankheit leben nicht in einem Heim, sondern in ihren Familien oder in einer eigenen Wohnung und möchten diese Lebensform auch beibehalten. Die bayerische Behindertenpolitik hat es daher zu einem ihrer Grundprinzipien gemacht, die Fähigkeit und die Möglichkeiten behinderter Menschen zu stärken, über ihr Leben selbst zu bestimmen und es selbst zu gestalten.

Die Dienste der Offenen Behindertenarbeit tragen diesem Prinzip in beispielhafter Form Rechnung. Seit 1988 fördert der Freistaat Bayern im Rahmen einer Richtlinie diese regionalen und überregionalen Beratungs- und Betreuungsdienste für Menschen mit Behinderung, die

  • die ambulante Betreuung und hauswirtschaftliche Versorgung von Menschen mit Behinderung oder chronischer Krankheit sicherstellen,
  • Menschen mit einer Behinderung bei der Führung eines selbstständigen und selbstbestimmten Lebens helfen und
  • Familien mit behinderten Angehörigen unterstützen und entlasten.

Wer bietet diese Dienste an?

Träger der Dienste sind die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Bayern, deren Mitgliedsorganisationen oder (Landes-) Behindertenverbände.

In einigen Regionen haben mehrere Anbieter in Kooperation miteinander die Offenen Hilfen aufgeteilt.

Für wen?

Zielgruppe der über 140 regionalen Dienste, die meist auf der Ebene eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt tätig sind, sind körperlich und geistig behinderte und chronisch kranke Menschen aller Behinderungsarten und aller Altersstufen.

Was machen die Dienste der Offenen Behindertenarbeit?

Das Angebotsspektrum der Dienste umfasst Informationen und Beratung zu allen Fragen des (Schwerpunkte) täglichen Lebens und Vermittlung von Hilfen, vor allem

  • psychosoziale Beratung und Betreuung der behinderten bzw. chronisch kranke Menschen und deren Familien,
  • Pflege und Betreuung – nur außerhalb des Zuständigkeitsbereiches der Pflegeversicherung -,
  • familienentlastende Dienste,
  • Organisation und Durchführung von Freizeit- und Begegnungsmaßnahmen,
  • Schulungsmaßnahmen für behinderte Menschen und ihre Familien,
  • Öffentlichkeitsarbeit und Gemeinwesenarbeit.
  • Überregionale Spezialdienste

Für spezielle Behindertengruppen – wie z.B. Blinde, Gehörlose, MS-Kranke usw. – gibt es Spezialdienste auf der Ebene der Regierungsbezirke, sogenannte überregionale Dienste der Offenen Behindertenarbeit.

Derzeit gibt es im Freistaat Bayern überregionale Dienste für:

  • Blinde: 9 Dienste (in jedem Regierungsbezirk),
  • Gehörlose: 7 Dienste (in jedem Regierungsbezirk),
  • Aphasiker,Schädel-Hirn-Verletzte: 4 Dienste,
  • Autisten: 1 Dienst,
  • MS Kranke: 7 Dienste,
  • Krebskranke: 6 Dienste,
  • Muskelkranke: 3 Dienste,
  • Rheumakranke: 1 Dienst,
  • Epilepsiekranke: 5 Dienste.

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Wenn Sie wissen wollen, wo es in Ihrer Nähe einen regionalen Dienst der Offenen Behindertenarbeit gibt, wenden Sie sich an

  • Ihre Stadtverwaltung oder das Landratsamt, Abteilung Soziale Fragen,
  • den oder die Behindertenbeauftragten Ihrer Gemeinde,
  • den örtlichen Kreisverband eines Wohlfahrtsverbandes.

Wenn Sie einen der genannten überregionalen Spezialdienste der Offenen Behindertenarbeit suchen, wenden Sie sich an

  • den jeweiligen Landesbehindertenverband,
  • den jeweiligen Bezirk,
  • den jeweiligen Bezirksverband eines Wohlfahrtsverbandes.

Adresse

Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration
Referat IV 4
Winzererstraße 9
80797 München
Tel.: 089/1261-01

E-Mail

Website

Erstellt und zuletzt geändert am 29. November 2001