Sozialamt

Sozialreferat der Landeshauptstadt München

Sozialämter gibt es in allen Landkreisen und kreisfreien Städten. Ihre Leistungen – sofern nicht gesetzlich festgelegt – können von Bundesland zu Bundesland, von Landkreis zu Landkreis, von Stadt zu Stadt unterschiedlich sein. So können die folgenden Informationen, die die Dienstleistungen des Sozialamtes der Landeshauptstadt München widerspiegeln, nur der allgemeinen Orientierung dienen. Sie müssen vor Ort selbst herausfinden, welche besonderen Hilfen Sie über die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen hinaus von Ihrem Sozialamt beanspruchen können.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialamtes beraten Sie in Fragen der Sozialhilfe und in sonstigen sozialen Angelegenheiten. Sie helfen allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Kräften und mit eigenen finanziellen Mitteln beschaffen können oder die aufgrund besonderer Lebensumstände Hilfe brauchen. Zur Hilfe zum Lebensunterhalt gehören z.B. die Kosten für Lebensmittel, Wohnung oder Stromversorgung. Die Hilfe in besonderen Lebenslagen umfasst u.a. Leistungen bei Krankheit, Behinderung oder Schwangerschaft.

Voraussetzungen für Sozialhilfe

Bei der Berechnung der Sozialhilfe wird der persönliche monatliche Bedarf den Einkünften in Geld oder Geldwert und ggf. Vermögen gegenübergestellt. Zum monatlichen Bedarf gehören der Regelsatz, die Wohnungskosten (in angemessener Höhe) und möglicherweise ein Mehrbedarf. Sind die Einkünfte geringer als der Bedarf, wird monatlich Hilfe zum Lebensunterhalt in Höhe des Unterschiedsbetrages geleistet. Ergibt die Berechnung des Sozialamtes, dass die Höhe der Einkünfte gerade keinen Anspruch auf laufende monatliche Sozialhilfe begründen, kann vielleicht einmalige Hilfe gewährt werden.

Bringen Sie zu dem mit dem Sozialamt vorab vereinbarten Termin alle Unterlagen mit, die sich ums Geld drehen. Dazu gehören beispielsweise der Mietvertrag, die Stromrechnung, der Bescheid des Arbeitsamtes über die Höhe des Arbeitslosengeldes und – falls Sie arbeiten – ein Lohn- oder Gehaltszettel, Kontoauszüge, der Kindergeldbescheid, die Sparbücher. Bitte bringen Sie außerdem Ihren Personalausweis mit.

Ein Auto gehört grundsätzlich zum verwertbaren Vermögen, d.h. Sie müssen es vor der Gewährung von Sozialhilfe verkaufen und den Erlös für Ihren Lebensunterhalt verwenden. Ausnahmen sind:

  • Der Wert Ihres Autos ist so gering, dass der mögliche Verkaufserlös zusammen mit Ihren sonstigen Vermögenswerten den für Sie maßgeblichen Vermögensfreibetrag nicht überschreitet;
  • Sie brauchen das Auto dringend zur Aufnahme, bzw. Fortsetzung Ihrer Berufsausbildung oder Erwerbstätigkeit;
  • aufgrund Ihrer besonderen Lebenssituation würde der Verkauf Ihres Autos eine Härte für Sie bedeuten.

Da das Sozialamt keine Kosten für den Unterhalt des Fahrzeuges (Steuer, Versicherung, Reparaturen, Benzin) übernimmt, müssen Sie nachweisen, wovon Sie diese Aufwendungen während des Bezugs von Sozialhilfe bestreiten werden.

Weitere Leistungen für Sozialhilfeempfänger

Wenn die Voraussetzungen für die Gewährung von laufender oder einmaliger Hilfe zum Lebensunterhalt vorliegen, können Sie beim Sozialamt eine Bekleidungsbeihilfe beantragen. Die Pauschale wird in zwei Teilbeträgen ausgezahlt und zwar im April zum Kauf von Frühjahrs- und Sommerbekleidung sowie im September zum Kauf von Herbst- und Winterbekleidung. Die Bekleidungspauschale ist nach Altersgruppen gestaffelt und für Männer und Frauen unterschiedlich.

Wenn Sie bereits Sozialhilfe bekommen oder die Voraussetzung für die Gewährung von einmaligen Leistungen erfüllen, können Sie beim Sozialamt einen Antrag auf Möbel stellen. Für Küchen- und Kinderzimmermöbel (bis zum 6. Lebensjahr des Kindes) erhalten Sie dabei einen Wertgutschein zur Einlösung bei einer Vertragsfirma des Sozialamts. Zur Anschaffung weiterer Einrichtungsgegenstände bekommen Sie einen Geldbetrag, mit dem Sie sich die Möbel selbst (gebraucht) beschaffen können.

Mancherorts können auch gebrauchte Kleidung und Möbel in entsprechenden Lagern in Empfang genommen werden.

Wenn Sie bereits Sozialhilfe erhalten, wird Ihre Hilfe zum Lebensunterhalt ab der 12. Schwangerschaftswoche erhöht. Zudem können Sie eine Beihilfe für Umstandskleidung beantragen. Den einmaligen Zuschuß zum Kauf von Schwangerschaftsbekleidung können Sie beim Sozialamt auch beantragen, wenn Sie keine Sozialhilfe bekommen, aber trotzdem nur über ein niedriges Einkommen verfügen.

Wenn die Voraussetzungen für die Gewährung von laufender oder einmaliger Hilfe zum Lebensunterhalt vorliegen, können Sie beim Sozialamt die Übernahme der Kosten für eine Babyerstausstattung beantragen. Derzeit wird ein Betrag von bis zu 695,36 EUR gewährt, der für die Anschaffung eines Kinderwagens, eines Kinderbettes mit Zubehör und der Babyausstattung für das erste Lebensjahr nötig ist.

Leistungen für Senioren in Altenheimen

Wenn aus gesundheitlichen Gründen ein Umzug in ein Altenheim notwendig wird, hilft Ihnen das Sozialamt weiter. Es informiert Sie über die vorhandenen Angebote im ambulanten, teil- und vollstationären Bereich. Sollte Ihre Rente, Ihr sonstiges Einkommen und Ihr Vermögen für die Bezahlung der Heimkosten nicht ausreichen, zahlt das Sozialamt den fehlenden Restbetrag, sofern die unterhaltspflichtigen Angehörigen dazu nicht in der Lage sind. Ein sog. Barbetrag zwischen 94 EUR und 141 EUR pro Monat bleibt zu Ihrer freien Verfügung.

Leistungen für Behinderte und Pflegebedürftige

Körperlich, geistig oder seelisch behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene können eine sogenannte “Eingliederungshilfe für Behinderte” beantragen. Eingliederungshilfen sind z. B. orthopädische und andere Hilfsmittel, heilpädagogische Maßnahmen oder Hilfen bei der Beschaffung oder Erhaltung einer behindertengerechten Wohnung. Das Sozialamt berät Sie zu diesen und anderen Leistungen sowie über die Voraussetzungen für deren Gewährung.

Für körperlich und geistig Behinderte, die in ihrer Bewegungsfähigkeit außergewöhnlich eingeschränkt sind und deren Einkommen sowie Vermögen die gesetzlich vorgegebenen Grenzen nicht übersteigen, gibt es vielerorts auch einen kostenlosen Fahrdienst.

Pflegebedürftige Behinderte können unter bestimmten Voraussetzungen außer den Leistungen, die von der Pflegeversicherung gezahlt werden, noch zusätzlich Leistungen zur Pflege vom Sozialamt bekommen. Auch in den Fällen, in denen kein Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung besteht, springt das Sozialamt ein. Wenn Sie selbst pflegebedürftig sind oder einen pflegebedürftigen Angehörigen haben, lassen Sie sich vom Sozialamt beraten.

Ermäßigung der Telefongebühren

Wenn Sie Sozialhilfe erhalten, können Sie den Sozialtarif der Telekom beantragen. Auch wenn Sie keine Leistungen vom Sozialamt erhalten, können Sie bei Ihrer zuständigen Außenstelle einen Antrag auf den Sozialtarif der Telekom stellen.
Hilfe zur Arbeit

Grundsätzlich gilt, daß alle, die Leistungen vom Sozialamt erhalten, selbst dazu beitragen müssen, wieder von der Sozialhilfe unabhängig zu werden. Wer keine Arbeit hat, muß selbst die Initiative ergreifen und sich intensiv um eine Arbeitsstelle bemühen.

Arbeitslosigkeit ist einer der Hauptgründe für Sozialhilfebedürftigkeit. Die Unterstützung durch das Sozialamt kann z.B. notwendig sein, wenn kein Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung besteht oder die Leistungen des Arbeitsamtes zu niedrig sind.

Das Sozialamt versucht allen arbeitsfähigen Antragstellerinnen und Antragstellern dabei zu helfen, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Es bemüht sich, Hilfeberechtigten eine Arbeitsstelle auf dem ersten Arbeitsmarkt zu besorgen. Kommt eine Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt nicht in Frage, weil der Antragsteller/die Antragstellerin schon sehr lange nicht mehr gearbeitet hat oder weil wichtige Qualifikationen fehlen, werden Arbeitssuchende beraten, betreut und bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle des zweiten Arbeitsmarktes (z.B. Bürohilfsarbeiten, Botendienste) unterstützt. Das Sozialamt geht auf die persönlichen Lebensumstände und die individuelle Arbeitsbiographie der Arbeitsuchenden ein und versucht, der Lebenssituation entsprechende Arbeitsplätze zu finden. Neben den Aktivitäten, um mit Hilfe des Sozialamtes eine Arbeitsstelle zu bekommen, bleibt für Arbeitslose die Verpflichtung bestehen, Auflagen des Arbeitsamtes (Vorsprachen, Vorlage von Unterlagen) zu erfüllen und die Angebote des Arbeitsamtes zu nutzen.

Adresse

Landeshauptstadt München
Sozialreferat
Orleansplatz 11
81667 München

Tel.: 089/23325757

E-Mail

Erstellt am 1. Juni 2001, zuletzt geändert am 28. Oktober 2011