Familiengespräche über Schule und Lehrer

Lothar Böttger

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Pädagogische Gespräche mit den Kindern über die schulischen Erwartungen der Eltern und die Schule sowie den Beruf der Lehrer erhöhen die Familienqualität, fördern die Zusammenarbeit mit den Lehrern und dienen einer gedeihlichen Entfaltung der Kinder.

Kinder fühlen sich angenommen, wenn über sie zu Hause wohlwollende Gespräche geführt werden. Kinder sehen sich ernstgenommen, wenn ihre Gedanken, Meinungen, Aufgaben und Probleme in der Familie diskutiert werden. Kinder werden von klein auf von den Eltern erzogen und in der Schule den Lehrern anvertraut.

Kinder erleben, wie sie mit dem Bildungs-und Erziehungsauftrag der Lehrer konfrontiert werden. Rasch erkennen Schüler, wie Lehrer in ihrem Beruf aufgehen und mit welchen Problemen sie zu ringen haben.

Im Schulalltag entdecken die Schüler unterschiedliche Familiensituationen, Religionen und Kulturen. Hieraus ergeben sich vielfältige Anlässe, um in der Familie über die Schule zu sprechen.

Wissen Eltern, wie es den Lehrern ergeht? Wissen Lehrer wie es den Eltern ergeht? Da die schulische Erziehung auf der familiären aufbaut, tappen hier und da auch Lehrer im Dunkeln. Und im Dunkeln tappen auch Eltern, wenn sich zu wenig mit dem Beruf des Lehrers befasst wird. Ein Befassen mit dem Beruf des Lehrers ist stets mit pädagogisch-psychologischen Themen verknüpft. Jene Themen regen Eltern an, das eigene Erziehungsverhalten zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren.

Sprechen Sie über Ihre schulischen Erwartungen und die Schule mit den Kindern und anderen Eltern.

Boettger Lehren-lernenGespräche über die Schule entfachen, zum Beispiel, wenn fehlende Ganztagsangebote den Eltern eine berufliche Erfüllung nicht bieten oder erschweren, wenn die Integration von Kindern aus anderen Kulturkreisen nicht zur Bereicherung des Schullebens genutzt wird, wenn sozial benachteiligten Erziehungsberechtigen zu wenig sozialpädagogische Arbeit angeboten wird, wenn Eltern behinderter Kinder mehr sonderpädagogische Leistungen erwarten, wenn im Sinne der Inklusion Schüler Wissen nicht nach individuellem Lehrplan selbsttätig allein und in heterogenen Gruppen erwerben dürfen, wenn Eltern eine vielfältige Schullandschaft für ihre Erwartungen und Erziehungsvorstellung missen, wenn Elternbildung vernachlässigt wird, wenn…

Boettger Bunt

Thematisieren Sie Konflikte zwischen den Eltern, Lehrern und Schülern sowie die Ängste und Wünsche der Lehrer.

Aufschlussreich ist das Sprechen über die Art und Weise des Unterrichtens der Lehrer, das entdecken-lassende Lernen, die Schüler- und Lehrerbeziehungen, das Verhalten der Lehrer im Umgang mit schwierigen, lernwilligen und begabten Schülern, die Art und Weise wie Lehrer Schüler motivieren, Anstrengungsbereitschaft forcieren, Sozialverhalten trainieren, die Vielfalt der Kulturen fördern, Traditionen pflegen und Werte nachhaltig vermitteln.

Und wie sollten Sie vorgehen?

  • Prüfen Sie zuerst Ihre Familiensituation und Ihre Erziehung.
  • Erklären Sie sich, wie ein Konflikt entstanden ist?
  • Bedenken Sie Ihre Einstellung zum Lehrer.
  • Führen Sie das Gespräch sachlich.

Dann bleiben Sie ein ernst zu nehmender Gesprächspartner.

Verfolgen Sie dazu den Werdegang eines Konflikts. Ein Konflikt entsteht in der Familie durch vernachlässigte Aufgaben. Zu den Familienaufgaben gehören: die emotionale Zuwendung, das Hineinversetzen in die Lage der anderen, das Sprechen über die Familie sowie die berufliche Arbeit der Eltern, das Ansprechen von Problemen, das gemeinsame Suchen von Lösungen, das Aufstellen, Kontrollieren und Einhalten von Regeln, geschlossenes Handeln, Frohsinn, das Schaffen von Erlebnissen, das Pflegen des gegenseitigen Verstehens, um nur einige Aufgaben der Familie anzudeuten.

Vernachlässigte Aufgaben führen zwangsläufig zu Problemen. Zu den Problemen können gehören: Unzufriedenheit mit sich selbst und der gesamten Situation, ständige Streitereien über Nichtigkeiten, gegenseitige Vorwürfe, Rechthaberei, Drohungen, Lieblosigkeit und…

Die Probleme gipfeln in einer Schieflage der Familie und der Konflikt ist da. Es wird seit Tagen nicht miteinander gesprochen. Die unterschiedlichen Interessen und Verhaltensweisen werden immer unerträglicher und die aufgestauten Konflikte erhärten sich, wenn Familienaufgaben vernachlässigt werden. Beschreiben Sie den Werdegang eines Konflikts aus Ihrem Umfeld! Und welche vernachlässigten Aufgaben stehen jetzt auf der Tagesordnung?

Konflikte begleiten Sie und Ihre Familie ein Leben lang. Sie zu meistern, stärkt nicht nur Ihr Werden! Recht bedenkenswert ist die Tatsache, dass sich Eltern und Lehrer durch das Erziehen selbst verändern. Erinnern Sie sich an Situationen, in denen Sie sich durch Ihre Erziehungsarbeit selbst verändert haben! Im Negativen und im Positiven.

Und wie ist das in der Schule? Welche Aufgaben wurden vernachlässigt? Welche Aufgaben werden gut erfüllt? Was erwarten Lehrer von Ihrem Kind? Wie geht Ihr Kind damit um? Genauso, wie es Schwierigkeiten und Unstimmigkeiten in der Familie gibt, ist es mit der Schule und den Eltern sowie den Lehrern und Schülern. Eltern fühlen sich erleichtert, wenn sie ihre Gedanken und Sorgen beim Lehrer ausschütten dürfen. Hierbei wissen sie jedoch nicht, dass auch Lehrer mancher Begegnung mit Eltern angstbeladen entgegensehen. Falls Sie Unstimmigkeiten zwischen Ihnen und einem Lehrer wahrnehmen, dann hinterfragen und nutzen Sie diese, um das gegenseitige Verstehen zu pflegen. Bringen Sie Störungen auf eine sachliche Ebene, denn Störungen sind Hinweiszeichen, die einer Klärung bedürfen. Wohl dem, der Störungen akzeptiert und als Wegweiser zu gebrauchen vermag. In der Alltagspsychologie gibt es den einprägsamen Spruch für wegweisende Steine.

„An den Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, erkennst du, wo es lang geht.“

Für ein klärendes Gespräch sind Zeitpunkt, Situation sowie Ort gut zu bedenken. Personenangriffe führen unweigerlich in eine Sackgasse. Weitere Konflikte werden vorprogrammiert. Ein sachliches Gespräch kann schwerfallen, jedoch recht hilfreich sein.

Sagen Sie sich vor jedem Gespräch mit dem Lehrer: „Ich bin in Ordnung. Der Lehrer ist in Ordnung.“ Dies ist eine Grundeinstellung, um Unstimmigkeiten, Störungen, Konflikte und Probleme konstruktiv zu lösen. Ein Miteinander auskommen wird erleichtert. Das ist in einer Familie auch so. Jeder ist anders. Jeder hat seine Eigenarten und Verhaltensweisen. Jeder fühlt, denkt und handelt anders. Das ist auch gut. Denn die Einzigartigkeit eines Menschen ist zu bewahren und zu pflegen. Jedoch, wenn Sie sich sagen: „Ich bin nicht in Ordnung und der Lehrer ist nicht in Ordnung.“, dann erleben Kinder, dass alles sinnlos ist. Und Kinder kommen dann schnell auf Unsinnigkeiten, weil sie sich überflüssig erleben. Weitere Konstellationen dürfen Sie mit Beispielen veranschaulichen und in der Familie diskutieren.

Nutzen Sie beim Sprechen zu Hause und bei Gesprächen mit Lehrern den Sprachkompass von Alain Cayrol (Bidot/ Morat 1996). Voreilige Urteile fallen im Osten. Vermutungen sprießen im Süden. Regeln gedeihen im Westen. In der Mitte überraschen Verallgemeinerungen. Jedoch im Norden ernüchtern die Fragen zu den Tatsachen.

Erinnern Sie sich doch einmal an ein Gespräch, in dem sich „kritisch“ über die heutige Schule unterhalten wurde. Gewiss wurden Urteile wie „Heute wird nicht mehr gelernt!“ „Die Lehrer nehmen sich keine Zeit für die Schüler.“ „Eltern kümmern sich nicht oder zu wenig um ihre Kinder.“ ausgesprochen.

Ebenfalls könnten Vermutungen geäußert worden sein, wie „Lehrer haben viel Freizeit und sehr oft Ferien.“ „Lehrer verdienen sehr gut.“ „Lehrer haben einen sicheren Arbeitsplatz.“

Nicht selten werden dann Regeln aufgestellt. Zum Beispiel: „Lehrer sollten sich auch an Nachmittagen mehr um die Schüler kümmern.“ „Alle Lehrer sollten von den Schülern und Eltern beurteilt werden.“ „Lehrer sollen sich regelmäßig, wie es in vielen anderen Berufen üblich ist, qualifizieren!“

Wurden in dem „beobachteten Gespräch“ genügend Urteile gefällt, Vermutungen ausgesprochen und Regeln aufgestellt, dann kommen meistens Verallgemeinerungen in der Art wie: „Lehrer sind unfähig.“ „Die Schulen sind lebensfremd.“ „Das ganze Schulsystem ist krank.“ „Die Kultusministerkonferenz, KMK, ist so hilflos wie eine Schildkröte, die auf dem Rücken liegt.“ Und rasch wird gesagt: „Die gesamte Gesellschaft ist schuld.“

Nach diesen Aussagen fühlt man sich persönlich erleichtert. Das eine Kind ist darüber froh, dass das die Eltern so sehen, denn dann ist das Thema „Schule“ abgeschlossen. Das andere Kind fühlt sich bei diesen Aussagen nicht wohl und fragt:Wissen die Eltern überhaupt, wie es in der Schule zugeht? Wissen Eltern, wie sich Lehrer mühen?

  • Wie sich Schüler untereinander verhalten?
  • Wann haben sie zuletzt im Unterricht hospitiert?
  • Haben sie ihre eigene Schulzeit voll vergessen?
  • Warum nutzen die Eltern nicht die Lehrersprechstunden?
  • Warum schweigen sie in Elternabenden?
  • Was tun sie für ihre Elternbildung?
  • Warum sprechen sie so wenig über ihre beruflichen Anforderungen und Probleme?
  • Warum sprechen sie kaum mit anderen Eltern über die Schule und das Erziehen der Kinder?
  • Warum bringen sie sich bei Schulfesten und Schulprojekten nicht ein?

Diese Fragen zu den Tatsachen zielen genau ins Schwarze.

Gespräche über den Beruf des Lehrers

Boettger Lehrerschaffen tragfähige Brücken, die den Kindern Sicherheiten in ihrer Entwicklung bieten. Schnell entfachen zu Hause Gespräche bei Schwierigkeiten und Problemen und vor allem dann, wenn Lehrer und andere Schüler zur Zielscheibe werden.

Mancher hat frühzeitig einen festen Berufswunsch, ein anderer erprobt sich in verschiedenen Berufen. Lehrer, die einst ein Handwerk erlernt, eine Schauspielschule besucht oder ein Informatikstudium absolviert haben, verfügen über einen Schatz, vom dem die Schüler profitieren! Lehrer besitzen die Fähigkeiten, Schüler zum Blühen zu bringen und da und dort Korrekturen anzubahnen.

Spitznamen haben ihren eigenen Wert. Einige Lehrer können damit gut leben, andere leiden und bedenken eine Versetzung. Erinnert sei an: Apollo, Barbie, Curie, Dobermann, Einstein, Häschen, Leibhaftiger, Luther, Mozart, Oma, Picasso, Pythagoras, Satan, Süßer, Tante und…

Was wollen Lehrer? Einige Wünsche seien genannt: Schüler bilden und erziehen, Eltern erfreuen und nicht enttäuschen, gerecht sein, Konfliktfähigkeit fördern, Werte verdeutlichen und weitergeben, Vorbild sein und bleiben, Freude an Entdecken wecken und wachhalten, gut beraten, Lebensorientierung anbieten, Herzen erbauen, anerkannt werden…

Und wie sehen Schüler ihre Lehrer? Schüler eines 10. Schuljahres trugen zusammen, Lehrer sind für mich: Wissensvermittler, Erzieher, Vorbild, Förderer, Partner, Impulsgeber, Begleiter, Moderator, Richter, Lehrmeister, Kritiker, Berater, Fels in der Brandung, Erzieher, Mediator, Quelle zum Lernen, Hüter von Werten und Idealen…

Und wenn das nicht immer so ist, dann ist das so. Der Aufbau eines Feindbildes ist wenig hilfreich.

Mancher glaubt, mit einem klaren Feindbild, das er sich tagtäglich immer wieder aufbaut, lebe es sich leichter. Diese Problematik ist nicht neu. Bereits im Evangelium des Matthäus 5,43 – 45 steht geschrieben:

„Es heißt bei euch: ‚Liebt eure Freunde und hasst eure Feinde!’ Ich sage aber: ‚Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch hassen und verfolgen!’ Auf diese Weise handelt ihr nämlich als Kinder eures Vaters im Himmel.’“

Das ist ein Stolperstein, der einem im Alltag immer und immer wieder vor den Füßen liegt. Das ist nicht schlechthin ein Stolperstein, vielmehr ein Wegweiser! Und wie viel Menschen gibt es, die hasserfüllt andere führen und verführen, um sich selbst zu profilieren!

Fordernde Lehrer wissen, was sie von Schülern verlangen. So wie Lehrer sich über manchen Schüler ärgern, Wut auf ihn haben und bei ihnen Hass aufkommt, ergeht es auch Schülern gegenüber den Lehrern.

Lehrer wissen, dass sie in ihrer Arbeit Täter, Opfer und Retter zugleich sind. Schüler fühlen sich schnell als Opfer und werden zu Tätern. Die Retter-Rolle gehört bei Lehrern zum Berufsethos.

Und wie ist das bei den Schülern? Wie schnell bringt ein unbedachtes Lehrerwort einen Schüler, einige Schüler oder die ganze Klasse zur Weißglut und lässt Hass aufkommen. Und was müssen nicht alles Lehrer von den Schülern verkraften? Ja, ja, manche wachten frühmorgens schweißgebadet auf und sagten sich:

„Wie herrlich wäre das Unterrichten ohne Schüler!“

Und wie sehen das die Schüler? Können Schüler die Arbeit der Lehrer treffend einschätzen? Schüler einer 9.Klasse versetzten sich in die Lage von Lehrern. Dazu einige Gedanken von Thema:

„Warum möchte ich kein Lehrer sein?“

„Ich möchte später kein Lehrer werden. Das hat viele verschiedene Gründe. So hat man z. B. als Lehrer in der Schule die volle Verantwortung über seine Schüler, manchmal 20 bis 30 an der Zahl. Außerdem hat man oft problematische oder sehr lebhafte Schüler zu unterrichten, die dann den Unterricht stören. Dann braucht man eine große Portion Ausdauer und gute Nerven. Und die hätte ich wahrscheinlich nicht. Dazu kommt ja noch, dass man intensiv den nächsten Unterricht oder die nächste Arbeit vorbereiten muss und zu Hause stapeln sich dann die Arbeiten, die man noch kontrollieren muss. Und wenn man nicht alle Arbeiten pünktlich zur nächsten Stunde kontrolliert mitbringt, dann nerven die Schüler wiederum und arbeiten aus Trotz wieder nicht mit. Als Lehrer hat man auch immer die Aufgabe, den Unterricht so aufzubauen, dass möglichst alle mitarbeiten.

Den meisten Stress gibt es, wenn sich Eltern über einen Lehrer bei dem Rektor beschweren oder gleich zum Schulamt laufen. Manchmal erscheint mir der Beruf als Lehrer sehr lustig, weil es viele Anlässe zum Lachen gibt, auch für die Schüler.“

„Du musst als Lehrer doch Angst haben, wenn du jemandem eine 6 einträgst, dass dieser am nächsten Tag über dich herfällt. Und dann noch das Auftreten von einigen Eltern, die meinen, dass sich ihr Kind alles erlauben dürfte. Ich glaube, ich würde total ausflippen, wenn ich mich mit einer verrückten Mutter herumärgern müsste, die mir erzählen will, wie ich mit ihrem Kind umgehen muss. Und dann noch die Drohungen mit ihrem Rechtsanwalt! Ich habe auch gerne mit Menschen zu tun und wem der Beruf Lehrer gefällt, der soll Lehrer werden! Denn wenn es keine Lehrer mehr geben würde, wäre das auch nicht so toll. Für mich ist es nicht der richtige Beruf.“

„Eigentlich ist der Beruf ja gar nicht so abwegig, aber der Beruf ist sehr mit Stress verbunden. Und wenn man dann noch vor einer Klasse steht, die einem permanent nicht zuhört, würde ich gleich an die Decke gehen, weil ich es nicht leiden kann, wenn ich jemandem etwas erkläre und dieser mir einfach nicht zuhören will. Und am Nachmittag hat man dann immer den Stress, Arbeiten zu korrigieren oder anderes.

Wenn ich Lehrer sein wollte, dann würde ich lieber in der Grundschule unterrichten, weil ich denke, dass die kleinen Kinder noch wirklich Spaß an der Schule haben. Außerdem haben die kleinen Kinder noch nicht so einen großen Mund den Lehrern gegenüber. Und sie haben, so meine Hoffnung, noch Respekt vor den Lehrern. Also vorstellen könnte ich mir das schon, aber nicht in der Sekundarstufe.“

Einige Gefahrenstellen zwischen Schülern und Lehrern seien angedeutet. Fokussieren Sie weitere! Wie wäre es mit einem Familienabend? Einen aktuellen Anlass finden Sie bestimmt!

Zu den „Reibflächen“ gehören Wissen und Nichtwissen, unterschiedliche Meinungen, Differenzen zwischen Erwartungen und Ergebnissen, vielfältige Temperamente, Eigenschaften und Verhaltensweisen…

„Selbstschädigungen der Schüler“ entfachen durch das Ignorieren der Lehrer, das Verweigern der Mitarbeit, das Missachten schulischer Angebote, unterlassene Kommunikationen, mangelhaftes Kooperieren, durch das Verweigern von Konfliktlösungen, dürftige Anstrengungsbereitschaft, ungenügende Selbstkontrolle…

„Glatteisgefahren“ drohen bei unbedachten Konfrontationen, Gleichgültigkeit, unnötigen Konflikten, der Hinnahme von Problemen, Träumereien, geringer Eigenverantwortung…

Jedoch „gemeinsame Feuerstellen“ lodern kräftig durch das Sprechen über den Unterricht, das Stellen von Fragen, das Äußeren von Befindlichkeiten, das Benennen von Stärken und Schwächen, das Pflegen des gegenseitigen Verstehens…

Und welche Verhaltensweisen der Schüler tun Lehrern gut? Welche schaden? Und welche sehen Sie noch? Beziehen Sie hierbei Kinder mit ein. Sie werden das Gespräch bereichern.

Miteinander sprechen… Vorschläge unterbreiten… gegenseitiges Hochschaukeln… Lehrer lächerlich machen… Konflikte nutzen… Schülern beistehen… Kritik üben… stur stellen… Gerüchte verbreiten… Offenheit zeigen… protestieren… Vertrauen schenken… gemeinsam Erfolge erarbeiten… Unterrichtsinhalte hinterfragen… ständiges Nörgeln… Verantwortung für Lehrer übernehmen… Stimmung machen… Respekt beweisen… einen Pakt gegen Lehrer schmieden… Rücksichtnahme pflegen… Fragen stellen… Lernanforderungen missachten… Erfolge mitteilen… ständiges Stören… ängstlich sein… dankbar sein… Mitschüler zur Anstrengung auffordern… sich befleißigen… Misstrauen säen… Enttäuschungen aussprechen… Begeisterung zeigen… Freude über Aha-Erlebnisse kundtun… Unterricht sabotieren… bei Lehrern schleimen… Verständnis aufbringen… sich gegenseitig akzeptieren… Und nochmals miteinander sprechen!

Nun, was erwarten Sie von Schülern, eben von Ihrem Kind?

Nutzen Sie die eine oder andere Verhaltensweise für Gespräche mit Ihrem Kind.

  • Welche Reaktionen erwarten Sie?
  • Welche Erkenntnisse werden Sie gewinnen?
  • Was sollte noch tiefgründiger besprochen werden?
  • Was wollen Sie mit einem Lehrer oder in einem Elternabend thematisieren?

Nutzen Sie oft Gelegenheiten, Ihre schulischen Erwartungen, Ihre Gedanken zur Schule und den Beruf des Lehrers für Gespräche in der Familie und mit den Lehrern zu nutzen. Bereits ein kleiner Hinweis vermag Veränderungen zum Wohle Ihres Kindes auslösen.

Zum Weiterlesen für Eltern, Erzieher und Lehrer:

Lothar Böttger: „Eltern, Schüler, Lehrer und was noch? Familiengespräche über die Schule“, ISBN: 978-3-86991-611-8

Weitere Publikationen

  • „Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen“, Grundschulmagazin, 2000, 7/8
  • „Der Unterrichtsbesuch“, Schulverwaltung 2001/4
  • „Wer erkennen will, der stellt Fragen?“, Schulverwaltung 2002/5
  • „Gezielte Mitarbeitergespräche fordern und fördern Unterrichtsqualität“, Schulverwaltung 2005/10

Autor

Lothar Böttger, Diplom-Pädagoge und Fachpsychologe für Pädagogische Psychologie i.R.

Klosterweg 3

99817 Eisenach

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